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28. August 2026

Video: Bergführer wird am Großglockner handgreiflich

Das Video eines polnischen Bergsteigers dokumentiert, wie ein Bergführer auf dem Mürztaler Steig ausrastet. Der Verband der österreichischen Bergführer fordert „einen respektvollen Umgang".

Die Situation hielt der Pole auf einem Video fest. Screenshot: Instagram/szuki_85

Respekt und gegenseitige Rücksichtnahme ist wohl die wichtigste Tugend im alpinen Gelände. Am 22. August erlebten ein polnischer Bergsteiger und seine Frau auf dem Mürztaler Steig das genaue Gegenteil. Der Bergsteiger war in Richtung Erzherzog-Johann-Hütte unterwegs. Er berichtet: „An einer Stelle des Klettersteigs wartete ich bewusst, um meiner Frau etwas mehr Abstand zu geben. Trotzdem drängte sich der Bergführer plötzlich zwischen uns." Die Situation eskalierte schließlich – zuerst verbal. Der Bergführer rief dem Polen zu: „Halt dein Maul, sonst komm i rauf und gib dir eine!"

„Die Berge sind für alle da"

Und er kam wirklich rauf – und wurde im hochalpinen Gelände sogar handgreiflich. Der Pole hielt die Situation per Video fest. Und beschreibt die Situation auf Instagram so: „Bergführer sollten für andere Menschen am Berg eine Vorbildfunktion haben. Arrogantes, aggressives und unüberlegtes Verhalten ist genau das Gegenteil von dem, was man von jemandem in einem derart verantwortungsvollen Beruf erwarten würde. Die Berge sind für alle da – unabhängig von Erfahrung, Können oder Tempo. Gegenseitiger Respekt und Rücksichtnahme sollten immer an erster Stelle stehen."

Der Osttiroler Bote konfrontierte den Verband der Österreichischen Berg- und Skiführer mit dem Zwischenfall. Präsident Walter Zörer reagierte unmittelbar mit einem Statement: „Eine Bewertung von Filmausschnitten in einem Social-Media-Posting ist immer schwierig. Uns sind die genauen Fakten und Begleitumstände des Vorfalles am 22. August nicht bekannt. Auf den Anstiegen zum Großglockner beziehungsweise wie hier am Mürztaler Steig kommt es immer wieder zu Gegenverkehr und Überholmanövern. Diese sollten jedoch immer in gegenseitiger Abstimmung und unter Einhaltung der üblichen Sicherheitsstandards stattfinden. Ein respektvoller Umgang unter Bergsteigern ist für uns Berg- und Skiführer selbstverständlich."

„Wir distanzieren uns"

Und Zörer verurteilt das Verhalten des Bergführers: „Die in diesem Instagram Posting ersichtlichen Szenen entsprechen nicht dem Verhalten, welches wir von unseren Mitgliedern erwarten. Dass eine schnellere Seilschaft andere Bergsteiger überholt, ist gelebte Praxis. Wir distanzieren uns allerdings klar von einem solchen Auftreten des Bergführers wie im Video gezeigt und der Art und Weise, wie der Bergführer hier kommuniziert."

Die österreichischen Berg- und Skiführer würden für ein weitreichendes Risikomanagement sorgen und seien ein wichtiger Eckpfeiler des alpinen Tourismus. Zörer: „Speziell am Großglockner sorgen die heimischen Bergführer durch ständige Felsräumungs- und Wartungsarbeiten für mehr Sicherheit am Berg."

Statement aus Kals a. G.

Mittlerweile äußerten sich auch die Kalser Bergführer zum Thema. In einem Facebook-Post schreiben sie: Der betreffende Bergführer ist kein Mitglied unseres Vereins. Dennoch übernehmen wir Verantwortung dafür, dass die Tour über unser Bergführerbüro vermittelt wurde. Wir distanzieren uns ausdrücklich von dem gezeigten Verhalten und bitten alle Betroffenen aufrichtig um Entschuldigung. Der betreffende Bergführer wurde von der weiteren Vermittlung ausgeschlossen. Sicherheit, Verantwortung und ein respektvoller Umgang am Berg stehen für uns an erster Stelle. Ein solches Verhalten dulden wir nicht. Wir prüfen den Vorgang weiter und leiten die erforderlichen Schritte ein."

 

Kommentare

Keine Kommentare
  • Jerzy
    So sehen also die polnischen Bergsteiger aus, die regelmäßig von Bergrettern rausgeholt werden, weil sie der Situation nicht gewachsen sind.
    Die Dame schaut an der Stelle recht überfordert und blockiert aus ...und ihr Begleiter schaut einfach nur zu und filmt das auch noch.
    Die beiden hätten von sich aus der Bergführergruppe Platz machen sollen, wie es gelebte Praxis ist.
    Wenn ich merke, dass ein schnellerer an mir vorbei will, blockiere ich ihn nicht und labere ihn auch nicht auf polnisch zu...
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  • Silvie
    Ich habe mir das Video öfters angeschaut, und bin der Meinung so eine Entgleisung darf einem Bergführer absolut nicht passieren und handgreiflich werden geht gar nicht. Ganz egal was der Pole gesagt hat, als Bergführer hat man professionell zu reagieren und trägt Verantwortung.
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  • Alfred Schneider
    Der Bergführer hat leider Verstanden was der Pole auf polnisch gesagt hat....darauf ist er noch einmal zurück....
    Das Problem war schon der Pole
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  • ......
    Hoffentlich lernen alle einwenig dazu,....
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  • Michael
    Kommunikation ist alles, der Bergführer hätte erklären können dass er überholen möchte. Bei dem Polen ja kein Problem, genug Platz und sicherer Stand. An der Stelle, an der sie sich befindet sehe ich das (zumindest soweit es auf dem Video einsehbar ist) völlig anders. Sie ist sich schon unsicher, und dann ohne kommunizieren einfach mit in den Bereich einsteigen ist respektlos und stresst nur zusätzlich.

    Jeder hat mal angefangen, und nicht jeder ist ein top versierter Bergsteiger. Rücksicht nehmen war mal A und O am Berg...
    War vor Jahren mal ein "Hindernis" für einen Zug Geburgsjäger, selbst die haben gewartet bis ich einen sicheren Stand hatte und sie mich gefahrlos passieren konnten.

    Und egal was geredet wurde, handgreiflich werden geht gar nicht. Erst Recht nicht als Profi und dreimal nicht am Berggrad.
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    • Beate
      Genau die richtigen Worte
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      • Sabina Gruber
        Wen meinen sie in ihrem Kommentar?
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  • Kurwa
    Ich vermute der Bergführer hat das polnische Gerede von dem Typen verstanden und ist dann verständlicherweise wütend geworden!
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    • Sabina Gruber
      Ich VERMUTE oder es ist möglich, daßer wird sich im Alltag- wenn es ihm nicht passt- ähnlich verhält
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    • Jan
      Er sagte auf Polnisch: „Er nennt sich Bergführer, aber er wird nicht langsamer und überholt dich.“ Du musst keine Angst haben, nur weil du es nicht verstehst.
      Der Bergführer hatte nicht einmal die übliche Höflichkeit, den Polen zur Kenntnis zu nehmen oder ihm zu antworten, bis die Situation eskalierte. Es ist in Ordnung, wenn du die Einstellung hast, deine Landsleute an erste Stelle zu setzen, aber behandle wenigstens andere Menschen wie Menschen.
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  • Chris
    Diese video spiegelt genau das wieder was ich in vielen Jahren immer wieder erlebt habe. Also ich und meine Bergkameraden haben unsere Touren immer selbst durchgeführt oder einfach gar nicht gemacht weil es uns zu gefährlich war. Wir haben uns immer gesträubt einen Bergführer zu engagieren. Ich hab es so oft gesehen wie Kunden rauf und runter gestresst wurden nur damit diese Herren Mittags wieder daheim sind. Und schief angeschaut wird man als Bergsteiger ohne Bergführer meistens sowieso. Nein Danke. Da spar ich mir das Geld.
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  • Ehrenbürger
    Ganz oben auf meiner Sillianer Schattseite kommt es beinahe täglich mit irgendwelchen Leuten zu Rangeleien und nachher meistens zu einem gemeinsamen Besäufnis bis keiner mehr weiß, warum und weshalb, wo doch so schönes Wetter ist, sogar das schönste seit Menschengedenken.

    Ich bin also was Rangeleien betrifft vorbelastet und verzichte daher auf einen sachbezogenen und überparteilichen Kommentar zum Thema "Bergführer ... Polizei ermittelt ... und alle sind ganz schrecklich aufgebracht"

    Wenn der Osttiroler Bote wieder von Wölfen berichtet, die schonungslos erschossen werden sollen, dann melde ich mich wieder.
    Bis dahin

    LG aus der Sillianer Schattseite
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    • Ehrenbürger
      Weil ich wie jeden Abend eine Flasche Rotwein leere und dabei die Fernsehnachrichten sehe und höre, wo von bösen und guten Menschen aus aller Welt berichtet wird, doch noch schnell ein Kommentar von mir:



      Wie derzeit ein Mensch medial geradezu lustvoll umgebracht und um seinen Broterwerb gebracht wird, weil er sich gegenüber anderen Menschen unangebracht verhalten hat, ist schon etwas auffällig.

      Gerade vorbildlich haben sich die armen Betroffenen (sie haben übrigens alle ohne Schaden an Leib und Seele den Vorfall überlebt) auch nicht benommen, soweit ich das aus 32 km Entfernung hoch droben auf meiner Sillianer Schattseite beurteilen kann.
      Deeskalieren wäre angesagt gewesen! Jawohl, deeskalieren statt den Wortwechsel aufzunehmen!

      Drunten im Talboden in der warmen Stube, dort wo über Moral und Tugend gewacht und geurteilt wird, ist das NICHT GEHÖRT ZU WERDEN das Schlimmste was einem Guten widerfahren kann. Nicht zuhören kann jedes trotzige Kind, aber nicht gehört werden ...

      Ihr Moralhüter und Tugendwächter, wir haben Euer lautes Urteil gehört! Hurra der Böse ist tot! Ihr habt ihn getötet! Lasst es dabei bleiben!

      PS: 2 Flaschen Rotwein "Alter Knabe" sind derzeit zum Preis von einer Flasche zu haben (Aber nur solange bis ich sie morgen alle gekauft habe)
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    • Egon auf der Walz
      Bist du aus Schwendt?
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      • Ehrenbürger
        von viel weiter oben. LG
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  • Daniel
    Zu meinem Kommentar von vorhin möchte ich noch hinzufügen, dass ich mit diesem Bergführer jederzeit eine Tour unternehmen würde. So wie mit allen anderen Bergführern Österreichs. Auch im Hinblick darauf, dass unsere Bergführer schon mehr Polen vom Berg gerettet haben, als so mancher streitbarer Bergtourist glauben mag. LG
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  • Daniel
    Die Reaktion des Bergführer auf die Meldungen des Polen sind erschreckend und unwürdig und rufschädigend für den Bergführerstand. Der Pole hat jedoch mit seinen Kommentaren die Stimmung extrem hochgezogen. Trotzdem solltem einem Bergführer aus Österreich, bei unserer strengen Ausbildung, solche Entgleisungen nicht passieren. Auch nicht af Meeresniveau.
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  • Vitzthum
    Die polnische Dame scheint mit dem Abstieg überfordert zu sein.
    Soll jetzt jeder warten, bis sie den Abstieg überwunden hat? Da muss man auch mal andere vorbeilassen!
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  • Ötzi
    KRONE: "Bergführer attackierte Alpinist. Die Polizei ermittelt, jetzt droht Haft"

    Und gleichzeitig lese ich aktuell in der Onlinezeitung exxpress:
    "Eine zehnköpfige islamische Buberlbande treibt aktuell in Ebreichsdorf ihr Unwesen. Die Anzeigen gehen von Beleidigung, Körperverletzung, Sachbeschädigung bis hin zu sexueller Belästigung oder Bedrohung mit einem Messer.
    Weiter: "Polizei nimmt die Straftaten durchaus ernst."
    Und ganz aktuell: Ein 16-jähriger Iraker (einer von der Buberlbande) bereits vorbestraft, wird wieder straffällig, läuft aber immer noch frei herum.

    Der Osttiroler Bote wird uns vom Strafverfahren und der Verhaftung des Bergführers berichten, wenn es so weit ist. Er bekommt sicher nur einen elektronisch überwachten Hausarrest, weil Ersttäter. Oder die Zeitungen haben schlecht recherchiert, und der Bergführer wurde schon einmal ähnlich auffällig.

    Erfreulich, dass die Polizei auch die Worte des Bergführers durchaus ernst nimmt.

    Noch schnell ein PS:
    Was hat der Bergführer eigentlich ganz genau gesagt oder getan, dass es zur Anzeige und zu diesem riesigen Medienspektakel kam?
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    • Sabina Gruber
      Kommentierst du nur , weil der Tag lang ist , oder hast du das Video nicht gesehen?
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