Osttirols Radstar musste auf der nächsten schweren Bergetappe der Vuelta den Spanier Enric Mas ziehen lassen und büßte 27 Sekunden ein. Im Gesamtklassement liegt er aber weiter an der dritten Stelle.
Im Schlussanstieg der zwölften Etappe über 166,6 km hinauf nach Calar Alto attackierte Enric Mas rund elf Kilometer vor dem Ziel. Aus einer Verfolgergruppe heraus nützte er den „perfekten Moment“, wie es Felix Gall später in die Mikrofone der Journalisten diktierte. Die Konkurrenten des Spaniers konnten nicht mehr folgen, auch Gall nicht. Ihm klebte zudem der Gesamtzweite Primoz Roglic am Hinterrad, der keinerlei Führungsarbeit verrichtete. „Ich musste beim Anstieg viel Arbeit machen, es war brutal, es war heiß. Am Ende waren nicht mehr viele Fahrer vorne dabei. Ich fühle mich natürlich schon etwas müde, aber alles gut“, teilte der Osttiroler mit.
Den Tagessieg holte sich der Slowene Jakob Omrzel, der als Einziger einer Ausreißergruppe übrigblieb. Mas wurde Sechster, unmittelbar vor Gall und Roglic. Der Spanier, der in Abwesenheit von Tadej Pogacar nun als Favorit auf den Gesamtsieg gilt, baute seinen Vorsprung weiter aus und liegt nun 1.45 Minuten vor Roglic. Gall fehlen 19 Sekunden auf den Slowenen. Rang drei ist mit einem Vorsprung von 1.47 Minuten auf Richard Carapaz relativ gut abgesichert.