Skip to main content
23. Juli 2026

Widerstand gegen geplantes Krematorium

Ein Südtiroler Bestatter möchte in Leisach eine Feuerhalle errichten. Das Projekt wurde im Gemeinderat vorgestellt, nun möchten Anrainer eine Unterschriftenliste initiieren.

Das Projekt könnte direkt an der B 100 entstehen. Foto: Thomas Isep

Es ist eine Gstättn, das Areal des ehemaligen Gasthofs Südalpen an der B 100 im Leisacher Ortsteil Gries. Wenn es nach dem Südtiroler Bestatter Christof Gasser geht, jedoch nicht mehr lange. Er möchte das Grundstück, aktuell im Besitz der Familie Staffler, kaufen und darauf ein Krematorium errichten. Vor gut einem Monat stellte der Unternehmer das Projekt den Leisacher Gemeinderäten vor. Im Protokoll – es ist bereits auf der Website der Gemeinde abrufbar – heißt es: „Sodann erläutert er dem Gemeinderat ausführlich seine Überlegungen zur Projektrealisierung. Er möchte das Krematorium an diesem Standort errichten und die Möglichkeit zur Verabschiedung in einem eigenen Verabschiedungsraum anbieten, wobei er dies in diesem Bereich als ideal ansieht: gute Verkehrsanbindung nach Südtirol sowie die angrenzenden Bezirke. Der Vorschlag zur Errichtung des Krematoriums im Gewerbegebiet kommt für ihn nicht in Frage.“ Weiters ist die Rede von einem Verabschiedungsraum für die Angehörigen – „ein großartiges Zusatzangebot“ heißt es im Protokoll.

Psychologische Belastung?

Die Leisacher erfuhren von diesem Projekt jedoch nicht direkt von der Gemeinde, sondern via Dolomitenstadt.at. Dass Informationen nicht direkt von der Gemeinde kommuniziert wurden, sorgt in der Bevölkerung nun für Ärger. Und mehrere Anrainer sind generell gegen ein Krematorium in unmittelbarer Nachbarschaft. Eine davon ist Rosmarie Schulze. Sie sagt gegenüber dem Osttiroler Boten: „Es ist ein Geschäft mit dem Tod.“ Man sei entsetzt, dass das Krematorium gerade im Wohngebiet geplant sei. „Dort, wo rundherum nur Einfamilienhäuser und Wohnanlagen sind.“ Sie spricht von einer „ungeheuren Zumutung“ in einer Gegend, die ohnehin schon durch den vielen Verkehr und die wenigen Sonnenstunden belastet sei. Ähnlich sieht die Sache Alois Schmid. Er wäre direkter Anrainer und sagt, dass er vor allem eine „psychologische Belastung“ fürchtet.

Den gesamten Artikel lesen Sie in der aktuellen Print-Ausgabe.

 

Kommentare

Keine Kommentare
  • andererseits
    andererseits ist eine beerdigung ziemlich teuer. das überführen zur einäscherung kostet im moment so an die 600 tacken dazu. hier in osttirol einen platz für so eine anlage zu finden wäre zumindest nicht zu unserem eigenen nachteil. was sagen denn unsere bestatter dazu?
    +26
    -11
  • Hallo
    Ich finde es nicht richtig das andere Menschen urteilen ob ein Krematorium im Wohngebiet stört oder nicht, die Anreiner müssen damit leben und nicht irgend wer anders

    Vorschlag!
    Warum nicht in der Friedensiedlung beim Brixnerplatz wo der Spar war. Ist auch im Siedlungsgebiet, mehr Sonne und vorallem in Lienz, dann brauchts die "sturen" Leisacher nicht.
    Und alle sind Glücklich
    +39
    -21
    • Hans
      De Zeiten sind vorbei wo man die Anrainer fragen kann ob was gebaut wird oder nicht, demnach würde es keine Wasserkraft,Windparks,Schigebiete Hotels,Deponien,Autobahnen uvm. nicht mehr geben weil irgend jemand immer dagegen ist aber alle wollen immer alles zur Verfügung haben
      +32
      -19
      • Silvie @Hans
        Stimmt, alles haben wollen, nur nicht bei mir. So ticken die meisten Osttiroler. Nicht böse gemeint, ist nur die Realität.
        +31
        -16
  • Leisach
    In dieser Sache gibt es überhaupt nur zwei Punkte die zum Tragen kommen:

    Für all jene, die dieses Projekt mit Pietät oder Letzter Würde einfach schön zu reden versuchen - es geht hierbei klar und deutlich erkenntlich, um ein grenzüberschreitendes Projekt, bei dem es darum geht öffentliche Fördermittel abzugreifen. Der Gedanke über ein solches Projekt dürfte, wenn überhaupt einem regionalen Bestatter und nur bei nationalem Bedarf vorbehalten bleiben.

    Der zweite Punkt betrifft die Tatsache, dass wir als lokale Bevölkerung uns schon mit dem italienischen "Können-nicht"-Radfahren- und Mülltourismus herumschlagen müssen und nun offensichtlich eine weitere unlukrative Sparte dieser Branche erschlossen werden soll. Was ich tatsächlich nicht nachvollziehen kann, ist dass, unser TVB-Franz offensichtlich ein riesiges Problem mit einer Schottergrube am Iseltrail in der Ainet hat, weil er dafür einfach keinen touristischen Mehrwert - wie zB ein Kiesmuseum ;) finden kann, sich gleichzeitig aber zu einem Krematorium, inmitten eines Wohngebiets und in unmittelbarer Nähe zu seinem heißgeliebten Drauradweg nicht zu Wort meldet. Was er sich davon wohl verspricht?
    +42
    -10
  • Leisacher
    Es geht hier nicht darum, die Arbeit von Bestattungsunternehmen schlechtzureden – sie leisten eine wichtige und würdevolle Aufgabe. Die entscheidende Frage lautet vielmehr: Warum muss ein Krematorium ausgerechnet direkt neben einem Wohngebiet errichtet werden? In Leisach gibt es geeignete Gewerbeflächen. Familien mit Kindern sollen künftig neben einem Betrieb leben, in dem regelmäßig Verstorbene angeliefert und eingeäschert werden. Viele Menschen haben sich ganz bewusst für dieses Wohngebiet entschieden. Die Sorgen der Anrainer als unbegründet oder pietätlos abzutun, halte ich für respektlos. Gerade der Bürgermeister sollte in erster Linie die Interessen und die Lebensqualität der Gemeindebürger vertreten und sich für den bestmöglichen Standort eines derart sensiblen Projekts einsetzen. Aus meiner Sicht ist dieser sicher nicht mitten in einem Wohngebiet
    +60
    -14
  • aufdenPunktgebracht
    Ich frage mich ernsthaft, wo die Prioritäten unseres Bürgermeisters liegen. Seit Jahren ist bekannt, dass das Waldschwimmbad dringend saniert werden muss. Mittlerweile bleibt es sogar geschlossen, weil angeblich das Geld fehlt. Gleichzeitig wird ein derart umstrittenes Projekt wie ein Krematorium vorgestellt. Viele Familien und Bürger verlieren damit eine wichtige Freizeiteinrichtung, während für andere Projekte Zeit und Aufmerksamkeit vorhanden sind. Wäre es nicht die Aufgabe des Bürgermeisters gewesen, sich mit derselben Entschlossenheit für den Erhalt unseres Waldschwimmbads einzusetzen? Ein funktionierendes Schwimmbad nützt der gesamten Gemeinde – besonders Kindern, Familien und Vereinen. Bevor man neue umstrittene Projekte unterstützt, sollte man zuerst die bestehende Infrastruktur erhalten und die Interessen der eigenen Bevölkerung in den Mittelpunkt stellen.
    +78
    -7
    • Hap
      Ein Schwimmbad ist ein Defizit Geschäft ,ein Industrieller Betrieb hingegen bringt einnahmen in die Dorfkassa,so einfach ist die Rechnung und so denken auch Wirtschaftliche Bürgermeister
      +18
      -27
      • aufdenPunktgebracht
        Warum war man dann gegen die Firma Theurl?😅
        +20
        -6
    • Maja
      Vorschlag zur Güte:

      Vielleicht kann man mit den Abgaben des Krematoriums die Sanierung des Waldschwimmbads fianzieren?

      (Generell hinkt dieser Vergleich von Bestattungsanlage und Freizeitanlage natürlich gewaltig.)
      +18
      -17
      • gast
        eventuell auch heizen?
        +4
        -0
  • Leisacherin
    Mich würde mal interessieren wo diejenigen die das befürworten selbst wohnen , ist ja leicht urteilen wenn es einen selbst nicht betrifft ?
    Wenn Sie eine neue Wohnung oder ein schönes Haus haben möchten Sie sicher nicht auf Ihrem neuen Balkon sitzen und Leichenwagen zählen !
    Ein Krematorium gehört in ein Gebiet wo keine Kinder vor der Haustür spielen !
    Es gibt beschaulichere Plätze !
    +64
    -11
  • Silvie
    Typisch Osttiroler, einfach gegen alles sein. Neben der Bundesstraße stört ja nicht. Da würde mich eher der Durchzugsverkehr der Autos nerven, wenn ich Anrainer wäre. Alle Tage Stau von Leisach durch Lienz bis Debant. Sieht man alle Tage, und es wird immer schlimmer.
    +30
    -48
    • Josef
      Die betroffenen wir der Autoverkehr auch nicht mehr stören.
      +4
      -7
    • Konrad
      Ich versteh die Aufregung absolut. Die Errichtung des Krematoriums in diesem Siedlungsgebiet kommt einer Totalentwertung der Anrainerimmobilien gleich. Keiner zieht freiwillig neben eine solche Verbrennungsanlage.
      +66
      -17
  • Hans
    Komisch dass man in Osttirol immer und überall gegen alles neue ist,sei es beim ausbauen von Wasserkraftwerke,Windpark‘s,Schigebiete,Tourismus,Hotels uvm.
    „Wenn du nicht mit der Zeit gehst dann gehst du mit der Zeit“!
    +24
    -51
  • o.o
    nun wollen die Hoila schon mit unseren Verstorbenen Profit machen. Die Geldgier von diesem Personenkreis wird langsam unerträglich. Leider wird e schon alles ins Ausland, sprich Südtirol. verkauft.
    +28
    -45
  • o.o
    die Profitgier der Hoila wird langsam bedenklich. Jetzt wollen sie schon mit unseren Verstorbenen Geld machen. Wir haben gute Bestattungsunternemen
    +21
    -38
    • Josef
      Hat
      1: mit Bestattungsunternehmen nichts zu tun,
      2.Die "Anlieferung - bzw. Abholungswege" werden kürzer.
      +6
      -3
    • Norbert Egger
      Aber warum ist keines unserer guten Unternehmen dazu in der Lage?
      +31
      -10

Kommentar verfassen

Sie können nun auf das Kommentar von "Some User" antworten.