Norbert Schluga führt einen Tourismusbetrieb in Hermagor. Angrenzend an seinen Campingplatz und Freizeitanlage soll ein Holzverarbeitender Industriebetrieb ansiedeln. Schluga wendet sich nun an Politik und Bevölkerung, denn er fürchtet das Aus für seinen Betrieb, an dem er in der Hochsaison 80 Leute beschäftigt.
„Jeder von Ihnen trägt mit dieser Zustimmung persönlich die Verantwortung, dass vor Hermagor - ein Schandfleck - eine Industrie-Anlage mit 20 bis 25 Meter hohen Hallen, mindestens 30 Jahre lang stehen wird und das Ortsbild massiv verändern wird“, schreibt der Touristiker weiter. Es gebe genügend Industriegewidmete Fläche in der Nähe der Firma Hasslacher Hermagor oder hinter der ehemaligen Firma „Intercold“. Diese Flächen würden, so Vize-Bgm. Leopold Astner bei der Gemeinderatssitzung, noch nicht zur Verfügung stehen, da erst Hochwasserverbsaumaßnahmen und Aufschüttungen vorgenommen werden müssen, obwohl die Firma Hasslacher diesen Standort in der Nähe sicher bevorzugen würde. Astner gab auch zu, dass das Vorhaben überraschend komme und bisher auch die Zufahrtssituation noch nicht geklärt sei.
Aufgrund von Fristen bei verschiedenen Förderungen sei bei der Betriebsansiedlung aber Zeit ein wichtiger Faktor. „Wenn hier gebaut werden soll, muss die Entscheidung rasch fallen“, meinte Hasslacher-Betriebsleiter Dr. Heimo Schader. Eine EU-Förderung könne über das Land Kärnten reserviert werden, es war von 3 Mio Euro die Rede. Die Mittel müssten auch bis Ende 2022 verbaut sein. Stadträtin Irma Hartlieb meinte, die Firma habe auch Eile, weil sich der Fördersatz für eine Investitionsprämie sonst verringern würde. Momentan stünde dieser bei 14 % später nur mehr bei 7 %. Bei einer Investitionssumme von rund 40 Mio Euro mache das auch rund 2,8 Mio Euro aus.
„Mit dieser Investition vor der Haustüre“, schreibt Schluga, „sind wir in drei bis fünf Jahren tot.“ Beim größten Tourismusbetrieb in der Region verlieren dann 80 heimische Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz. „Von den Auswirkungen auf Handel, Gastronomie und andere Betriebe in der Umgebung gar nicht zu reden.“ Was die Alternativflächen in der Nähe des Standortes Hasslacher Hermagor betrifft, meint Schluga: „Die Ausrede, dass man sich hier im Hochwasserbereich befindet und Material aufschütten müsse“ greift nicht. „Warum macht man das nicht?“ Eine Schüttung von zwei bis drei Metern sei überhaupt kein Problem, das zeige die Aufschüttung für die Überfahrtsbrücke in das Burgermoos.