Die Trachtenkapelle Greifenburg wollte eigentlich ihr 75-järhiges Bestandsjubiläum groß feiern, als ein Unwetter dem Vorhaben einen Strich durch die Rechnung machte. Aber die Greifenburger Musiker bewiesen, dass sie aus einem besonderen Holz geschnitzt sind.
Es hat vielversprechend angefangen – mit 33 Grad und Sonnenschein. Am Nachmittag sollte das Jubiläum mit Sternmarsch und Platzkonzert gebührend gefeiert werden. 14 Musikkapellen aus dem Drau- und Gailtal, Osttirol und sogar Oberösterreich waren gekommen und freuten sich, dass es endlich losgeht. Doch der Wettergott hatte andere Pläne: kurz vor dem Sammeln öffnete der Himmel seine Schleusen. Über eine Stunde lang ergoss sich Starkregen abwechselnd mit Hagel und Sturmböhen über Greifenburg. Die Feuerwehren der Gemeinde mussten ausrücken, um Straßen von umgestürzten Bäumen zu befreien, in einigen Garagen und Kellern stand das Wasser mehrere Zentimeter hoch. Währenddessen suchten die Musikerinnen und Musiker der angereisten Gastkapellen in den Lokalen und im Feuerwehrhaus Zuflucht vor dem Unwetter – und machten das Beste aus der Situation.
Glück im Unglück
Der Sturm verschonter dabei auch nicht das Waldfestgelände, wo die Feierlichkeit hätte ausklingen sollen. Dabei hatten die Veranstalter Glück im Unglück, denn drei Helfer versuchten das Eingangszelt mit „Manneskraft“ festzuhalten, während zwei Fichtenbäume, vom Wind entwurzelt, auf sie niederfielen. Zum Glück ist allen dreien nichts passiert, sie konnten sich durch beherzte Sprünge retten. Videos von dem Vorfall gingen übrigens in den sozialen Medien viral. Aufgrund der Sturmböen kam es im gesamten Orts- und Gemeindegebiet von Greifenburg kurzzeitig zu einem totalen Stromausfall. Die Freiwilligen Feuerwehren Greifenburg, Hauzendorf und Bruggen sowie das Rote Kreuz und die Polizei Greifenburg hatten alle Hände voll zu tun. Die Mitglieder der TK Greifenburg versuchen nach Abklingen des Unwetters mithilfe der Feuerwehr und der Landjugend das Festgelände wieder fit zu bekommen und viele der angereisten Musiker ließen sich es nicht nehmen und kehrten auf einen Umtrunk ein. Die Festmesse und der anschließende Frühschoppen gingen vom Wetter ungestört über die Bühne, sehr zur Freude von Obmann Michael Tiefnig und Kapellmeisterin Claudia Strauß und ihren Musikern, dankbar und aufatmend, dass das Jubiläumsfest doch noch einen guten Abschluss nahm. Die hl. Feldmesse wurde übrigens zelebriert von Provisor Bernard Grabowski, ihm zur Seite der langjährige Pfarrer in Greifenburg und Militärdekan i. R. Emmanuel Longin. Für die gesangliche Umrahmung sorgte der MGV Lind unter der Ltg. von Karl Preißl. Den Frühschoppen spielten die Stadtkapelle Tulln und Eisenbahner Stadtkapelle Lienz.