Der Oberkärntner Josef Abwerzger ist Schöpfer wunderschöner melodiöser Musikstücke, allen voran komponierte er über zwei Dutzend Märsche, aber auch Ouvertüren, Walzer, Polkas, Trauermusik und die – im Vorjahr uraufgeführte - Lieseregger Festmesse. Es ist Musik mit Herz und Freude.
Von Karl Brunner
Musik war und ist seine große lebenslange Passion. Der bescheidene Komponist und Arrangeur Josef Abwerzger ist gerade wieder dabei, eine weitere Ouvertüre zu schaffen und ergänzt damit seine bisherigen Werke dieses Genres, wie „Der Waldsänger“, „Tauernwind“, „Narzissen-Ouvertüre“ u.a. Sehr gern gehört und daher auch von Blasorchestern viel gespielt wurde und wird „Mein schönes Kärnten“. Besonderer Beliebtheit erfreuen sich weiters der „26er Gebirgsjäger“-Marsch, der Kärntner Freiheitsmarsch, der Seebodner Promenadenmarsch, um einige zu nennen. Große Aufmerksamkeit erweckte Abwerzger mit seiner Komposition für Blasorchester und Männerchor „Im Lande der Drau“ bei deren Uraufführung durch die Kärntner Gebirgsschützenkapelle (Ltg. Prof. Christoph Vierbauch) und dem Männerchor Kaning (Ltg. Burgi Leeb) im Rahmen eines Promenadenkonzertes in der Innsbrucker Hofburg. Er war auch Mitbegründer der Kärntner Gebirgsschützenkapelle. Seine Märsche sind schmissig und verweisen auf seine musikalische Herkunft, nämlich auf die Militärmusik. Wirkungsvoll auch seine Polkas (z.B. „Die Soldatenbraut) und Walzer (z.B. „Schöne Erinnerung“). Seine Kompositionen sind von ausdrucksvoller Melodik mit traditioneller Harmonie geprägt. Im Vorjahr (15. Aug.) bildete die Aufführung der Lieseregger Festmesse (für Männerchor und Bläser) in Lieseregg einen musikalischen Höhepunkt des ungemein kreativen Komponisten (für den Text dieser Messe sorgte Sepp Eder.)
Früh zur Katschtaler TK
Josef Abwerzger (Jg, 1951) stammt aus Rennweg am Katschberg und lebt mit Gattin Magdalena in Lieserbrücke in der Gemeinde Seeboden. Zur Familie gehören eine Tochter und ein Sohn. Ersten Klarinettenunterricht erhielt Josef, von Freunden auch Sepp genannt, als er zwölf Jahre alt war. Ein halbes Jahr später wurde er bereits Mitglied der Katschtaler Trachtenkapelle. Entscheidend war für ihn das Bundesheer. Insgesamt war er 43 Jahre beim Bundesheer aktiv. 1968 ist er freiwillig zum Heer in Absam/Tirol eingerückt, um Militärmusiker zu werden. Nach der Grundausbildung kam er zur Militärmusik Kärnten. Er war 4 Jahre lang Schüler am Kärntner Landeskonservatorium im Fach Klarinette und erwarb sich hier auch sein theoretisches Rüstzeug. Er wurde Erster Klarinettist unter dem prägenden Kärntner Militärkapellmeister Anton O. Sollfelner. In seiner fünfjährigen Dienstzeit als Militärmusiker lernte Abwerzger alle Register eines Blasorchesters kennen, was sich später in seiner Arbeit als Komponist und Arrangeur als sehr vorteilhaft erweisen sollte.
Kommandant der Tragtierstaffel
Vom November 1973 bis zu seiner Pensionierung im November 2011 war Vizeleutnant Sepp Abwerzger als Unteroffizier des Jägerbataillons 26 (JgB 26) in Spittal/Drau bei der Tragtierstaffel tätig. Zuerst als Tragtierführer, in weiterer Folge als Gruppenkommandant und dann 15 Jahre als Kommandant. Ebenso lange hatte er auch die Funktion des Futtermeisters inne und nach Auflösung der Tragtierstaffel am 6. Nov. 2009 war er 2 Jahre im Wirtschaftsdienst des JgB 26 tätig. 36 Jahre lang diente er mit großer Leidenschaft in der Tragtierstaffel in Spittal und bildete unzählige Grundwehrdiener zu Tragtierführern aus. Mit den Haflingern und Soldaten war er von Tirol bis ins Burgenland, vom Mühlviertel bis zu den Karawanken im Einsatz. Große Unterstützung und Hilfeleistungen gab es auch für „Friedenswege“-Initiator Prof. Walther Schaumann bei seinen Arbeiten für bzw. am „Friedensweg“ in den Karnischen Alpen. „Die tägliche Arbeit mit der Tragtierstaffel hat mir viel Freude gemacht“, erinnert sich Abwerzger an viele, auch denkwürdige Begegnungen. 1989 gründete er seine eigene Blaskapelle Abwerzger, über 20 Jahre machte er auch mit ihr Musik mit Herz und Freude. Von Blasmusikfreunden und Musikhörern in und außerhalb Österreichs werden die musikalischen Leistungen und seine zahlreichen wertvollen Beiträge zur Kultur und zum Kulturland zweifellos hochgeschätzt. Der freundliche Musiker und leidenschaftliche Komponist ist auch ein allseits interessierter Kenner der Musikszene im Land; er wünscht sich generell, dass das herkömmliche, traditionelle heimische Musiziergut nicht vernachlässigt wird, sondern wieder ein Stück mehr Aufmerksamkeit bekommt.