Immer in unserer Rubrik „Was ist los in Oberkärnten“ haben wir das feine und Mainstream-abgewandte Kinoprogramm in Millstatt bekanntgegeben – seit Ende Dezember aber wird das „Millino“ nicht mehr bespielt. „Betrieb geschlossen“ wird angezeigt, wenn man das Kino-Café Millstatt googelt. Wie geht es weiter?
Mit einem Schottischem Abend verabschiedete sich Kinobetreiber Max Wohlkönig aus dem ehemaligen Columbia-Kino in Millstatt „mit einem weinenden und einem lachenden Auge“, wie der Gastronom auf seiner Facebook-Seite bekannt gibt. Mit wohlausgesuchten Filmen, Caféhaus-Charme und heimeliger Atmosphäre hatte das Kino-Kleinod in Millstatt eine treue Anhängerschar. Schon vor einigen Monaten gab Wohlkönig bekannt, dass er den Kinobetrieb nicht mehr fortführen will oder kann. Mit der Besitzer-Familie Auersperg käme man nicht mehr auf einen grünen Zweig. Schade! Wohlkönig ist nicht aus der Welt und immer noch zu finden in der Konditorei am Georgsritterplatz gleich nebenan. „Konditormeister Celine Moser wird uns weiterhin mit himmlischen Torten beglücken, Brot und Gebäck der Zwei Bäckermeister aus Spittal, es gibt den köstlichen ‚Cafe vom See‘ und Tee der Marke Ronnefeldt“, textet Wohlkönig. Auch eine Erweiterung der Karte sei in Planung, die Öffnungszeiten werden angepasst.
„Ein Stück Zuhause“
Für die Fans des Kino Millstatt – liebevoll „Millino“ genannt – bleibt nur ein „weinendes Auge“. Wie es nun weitergehen soll, liegt in den Händen der Familie Auersberg. Jedenfalls wird über die WKO per Ausschreibung eine Nachfolgerin/Nachfolger gesucht, der das Café Columbia und das „Millino“ betreiben soll. „Ein Stück Zuhause“, ein „unkonventioneller Generationen überschreitender kultureller und gastronomischer Treffpunkt", die Comunity richtet auch schon Worte an einen neuen möglichen Pächter: „Dem neuen Pächter rate ich gut hinzuschauen, denn der Fußabdruck den Max Wohlkönig hinterlässt ist ein großer“.
Kino soll weitergehen
Die Besitzerin Marlies Auersperg, die auch für Wohlkönig im Hintergrund das Kinoprogramm erstellt hat, will das Millino jedenfalls nicht sterben lassen. „Wir suchen jetzt einen neuen Pächter. Bisher hat sich zwar einer aus Deutschland gemeldet, aber das ist zu unsicher“. Das Kino sieht Auersperg als „Kulturauftrag“, nirgendwo sonst könne in eineinhalb Stunden seinen Horizont dermaßen erweitern, wie im Kino mit sorgfältig ausgewählten Filmen. Die Kombi Kulinarik-Kino würde nicht nur in großen Städten gut funktionieren. Die Nachfrage sieht Auersperg auch in Oberkärnten gut gegeben. Mit Max Wohlkönig sei jedoch keine Einigung mehr zustande gekommen. Bis zum Frühjahr hofft sie jedoch, einen neuen Betreiber gefunden zu haben. Dann gibt es das Millino-Programm auch wieder in unserer Volltreffer-Rubrik „Was ist los in Oberkärnten?“ Übrigens: In zwei Jahren – 2028 – wird das Millino übrigens – hoffentlich – 70 Jahre bestehen.