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08. Januar 2026

Bischof Dr. Egon Kapellari wurde 90: „Ich sehe viel Positives und bin gelassen“

Bischof Dr. Egon Kapellari beging am 12. Jänner 2026 seinen 90. Geburtstag. Insgesamt hat er 33 Jahre lang als Diözesanbischof (Kärnten u. Steiermark) die katholische Kirche Österreichs und darüber hinaus entscheidend mitgestaltet und geprägt.

Bischof Dr. Egon Kapellari. Foto: k.brunner

„Ich sehe weltweit viel Positives, bin daher im Ganzen gelassen und halte mich an das Vorwort zum Hauptwerk des großen katholischen Literaten Paul Claudel. Es lautet: „Gott schreibt gerade (auch) auf krummen Zeilen - Sprichwort aus Portugal“. Kapellari kam 1936 in Leoben zur Welt, studierte Rechtswissenschaften und Theologie (Salzburg, Graz), 1961 wurde er in Graz zum Priester geweiht und war danach dort Hochschulseelsorger. Von 1981 bis 2001 war er Diözesanbischof von Gurk-Klagenfurt, von 2001 bis 2015 Diözesanbischof von Graz-Seckau. Sein Leitspruch: „Omnia vestra, vos autem Christi“ („Alles ist Euer, Ihr aber gehört Christus“). Zahlreiche Aufgaben und Referate übernahm und erfüllte er im Rahmen der Österr. Bischofskonferenz, zudem hatte er auch Aufgaben für die Weltkirche. Von Egon Kapellari gibt es eine Fülle von Publikationen über Kirche und Gesellschaft, Kultur, Kunst, Wissenschaft, Politik und über liturgische Fragen. Er lebt in Graz, als betagter „elder churchman“, wie er sagt, freue er sich und leide auch mit der Kirche in Europa und weltweit mit. Er sieht sich gut informiert und teilt seine Erfahrungen interessierten Menschen mit. Nach 18 Jahren als prägend wirkender Hochschulseelsorger wurde er 1981 zum 64. Bischof der alten Diözese Gurk ernannt.

„Schritte zur Mitte“

Kapellaris Bindung an Kärnten und die Diözese Gurk-Klagenfurt ist weiterhin sehr stark. Im Interview mit dem „Sonntagsblatt für Steiermark“ (Jänner 2026) bekennt er: „Ja, und das wird mein Leben lang so bleiben und beruht auf Gegenseitigkeit. In Kärnten habe ich alle Pfarren mindestens einmal in fünf Jahren visitiert und ich habe auch, so wie es mein Vorgänger Joseph Köstner gehalten hat, die meisten Firmungen selbst gespendet. Herausragend war in dieser Zeit der Besuch von Papst Johannes Paul II. im Jahr 1988 in Gurk, verbunden mit einer Dreiländer-Wallfahrt mit Pilgern aus Kärnten, Slowenien und Friaul“.

Der Bischof erhielt für sein Wirken viele Auszeichnungen und Ehrungen. Er wurde als hochgeschätzter, feinsinniger und profunder Theologe, Intellektueller, Kunst- und Kulturkenner gewürdigt, der stets einen offenen Dialog mit der Gegenwart, mit den Menschen unserer Zeit und Welt gepflegt hat und weiter pflegt. Hervorgehoben wurde er zudem als ein Meister des geschliffenen Wortes und treffsicheren Ausdrucks und dem es immer ein Anliegen sei, Glaube und Vernunft auf Augenhöhe im Dialog zu halten. Auch das Land Steiermark ehrte vor Jahren seinen überaus verdienstvollen Bischof, „der weit über die kirchlichen Grenzen als Gestalter der Gesellschaft wirksam ist“. Einer der vielen Buchtitel lautet „Schritte zur Mitte“. „Die Mitte, von der ich spreche, ist zuerst und zuletzt Jesus Christus selbst“, so Kapellari. Ein zentrales Zitat in seinem unglaublich großen Werk ist ein kleiner geistlicher Liedtext, der sich an Gott wendet: „Alles ist eitel. Du aber bleibst, und wen Du ins Buch des Lebens schreibst“. Herzliche Segenswünsche weiterhin!

 

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