Ende Juni unterzeichneten die BIK und der Glasfaser-Bereitsteller „Kelag Connect“ einen Kooperationsvertrag für den flächendeckenden Glasfaserausbau in sieben Kärntner Gemeinden, darunter Nötsch, die Stadtgemeinde Hermagor-Pressegger See, Kötschach-Mauthen sowie die beiden Drautaler Gemeinden Oberdrauburg und Irschen. Die Vermarktung des „schnellen Kabels“ läuft auf Hochtouren, teilweise werden schon Geschäfts- und Privatkunden angeschlossen. Die betreffenden Gemeinden werden aber erst angeschlossen, wenn sich mindestens 40% der potentiellen Kunden für einen Glasfaseranschluss entscheiden. Die Vermarktung laufe gut, so KELAG-Pressesprecher Josef Stocker. In Irschen und Oberdrauburg stehe man knapp davor, die Take-Rate zu erreichen. In Hermagor und Kötschach-Mauthen wurde mit der Vorvermarktung erst später begonnen, da die Kelag kürzlich noch den Gailtaler Glasfaser-Anbieter „Glasfaser Netz Kärnten“ (GNK) mit Sitz in Hermagor mit ins Boot holte.
40% der Haushalte wären in Kötschach-Mauthen rund 618 Anmeldungen. Die Hälfte ist bald erreicht, so Bgm. Mag. (FH) Josef Zoppoth. „Die Kelag hat die aktuellen Daten noch nicht eingespielt, 300 bis 350 Anmeldungen dürften aber schon am Tisch liegen. Wir sind im Plan“, so Zoppoth. Niemand wolle es sich mehr leisten, diese schnelle Internet-Anbindung nicht zu haben. Kötschach-Mauthen hat bereits im Vorjahr vorgearbeitet und mit der GNK den Kindergarten in Würmlach, die Volksschule und den Kindergarten in Kötschach an das Glasfasernetz angeschlossen. Jetzt geht es mit der Kelag weiter.
In Hermagor ist man später dran, da die Stadtgemeinde erst die Fusionierung zwischen der Kelag Connect und der in Hermagor ansässigen GNK abwarten wollte, „damit wir die Leute nicht verunsichern“, meinte Bgm. LA Leopold Astner. Diese Woche werde es einen Termin mit den Verantwortlichen der Kelag geben und eine entsprechende Aussendung hinausgehen. Bis Ende September habe man noch Zeit. Außerdem sei noch zu klären, wie mit den bereits bestehenden Anschlüssen der GNK verfahren werden soll – ob diese in die 40% hineingerechnet werden können. Es gebe auch noch Gesprächsbedarf mit den Wohnbaugesellschaften, in deren Gebäude die Anschlüsse verlegt werden müssten. „Ich bin optimistisch, dass wir die nötige Ausschussquote zusammenbringen“, so Astner. Speziell als Tourismusgemeinde sei es enorm wichtig, ein starkes Datennetz zu haben. Jeder Gast frage zuerst nach dem W-Lan und die Pandemie habe auch gezeigt, wie wichtig eine stabile Datenverbindung für Arbeitnehmer im Homeoffice ist. Anschließen könne nach Zustandekommen der Anschlussquote noch immer jeder, der möchte. Allerdings soll es danach teurer werden.
In dieses Glasfaserausbau-Projekt investiert die Kelag Connect in den sieben Gemeinden rund 17 Mio Euro. Mit dem Regionalkabel Mölltal (RKM) gehört mit der BIK jetzt der zweite regionale Glasfaser-Betreiber zum Kelag-Konzern.