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15. Januar 2026

Wie es mit den Oberkärntner Kultur-Kinos weitergeht

Seit Ende Dezember wird das Kino Millstatt - das „Millino“ – nicht mehr bespielt. Aber es soll weiter gehen. Mit dem Kunsthaus Gmünd hat hingegen das Kulturkino Gmünd eine neue Bleibe gefunden und ist weiterhin ein fixer Bestandteil der alternativ-Kino Landschaft Oberkärntens.

Mit einem Schottischem Abend verabschiedete sich Kinobetreiber und Gastronom Max Wohlkönig zum Jahreswechsel aus dem ehemaligen Columbia-Kino in Millstatt „mit einem weinenden und einem lachenden Auge“, wie Wohlkönig auf seiner Facebook-Seite bekannt gab. Mit wohlausgesuchten Filmen, Caféhaus-Charme und heimeliger Atmosphäre hatte das Kino-Kleinod in Millstatt eine treue Anhängerschar. Wohlkönig ist nicht aus der Welt und immer noch in der Konditorei am Georgsritterplatz gleich nebenan zu finden und serviert mit Konditormeisterin Celine Moser süße Köstlichkeiten und „Cafe vom See“ und Tee der Marke Ronnefeldt. Für die Fans des Kino Millstatt – liebevoll „Millino“ genannt – bleibt derweil nur ein „weinendes Auge“. Es war „ein Stück Zuhause“, ein „unkonventioneller Generationen überschreitender kultureller und gastronomischer Treffpunkt“, beklagt die Community den vorübergehenden Ausfall des Kulturkino-Betriebes. Wie es nun weitergehen soll, liegt in den Händen der Besitzerfamilie Auersperg. Jedenfalls wird per Ausschreibung über die Wirtschaftskammer eine Nachfolgerin/Nachfolger gesucht.

Kino soll weitergehen

Die Besitzerin Marlies Auersperg, die auch für Wohlkönig im Hintergrund das Kinoprogramm erstellt hat, will das Millino jedenfalls nicht sterben lassen. „Wir suchen jetzt einen neuen Pächter. Bisher hat sich zwar einer aus Deutschland gemeldet, aber das ist zu unsicher“. Das Kino sieht Auersperg als „Kulturauftrag“. „Nirgendwo sonst kann man in eineinhalb Stunden seinen Horizont dermaßen erweitern, wie im Kino mit sorgfältig ausgewählten Filmen“, weiß Auersperg. Die Kombi Kulinarik-Kino funktioniere nicht nur in großen Städten gut, die Nachfrage sieht Auersperg auch in Oberkärnten gut gegeben. Mit Max Wohlkönig sei jedenfalls keine Einigung mehr zustande gekommen. Bis zum Frühjahr hofft sie jedoch, einen neuen Betreiber gefunden zu haben, sodass idealerweise Kinobetrieb und Café in gewohnter Weise wieder möglich sind.

Neues Zuhause für Kulturkino Gmünd

Fest im Sattel sitzt das Kulturkino Gmünd, was die Freunde des Mainstream-abgewandten Publikums freuen dürfte. Nach Eröffnung des neuen Kunsthauses Gmünd im Mai vergangenen Jahres übersiedelte auch das Kulturkino, das zuvor im alten Pfarrhof Gmünd untergebracht war, in die Räumlichkeiten des neuen Kunsthauses und ist seither im dortigen Auditorium verankert, informiert die Geschäftsführerin der „Künsterler:innenstadt gemeinnützige Privatstiftung“, Julia Schuster. Das Kulturkino Gmünd zeigt sein Filmprogramm in zwei Saisonblöcken – jeweils von Ende März bis Mitte Mai sowie von Anfang September bis Mitte Dezember. Langjährige Partnerschaften bestehen mit namhaften Festivals wie der Viennale und der Diagonale, dem Festival des österreichischen Films. Auch die Umweltfilmreihe in Zusammenarbeit mit der Klima- und Energiemodellregion Lieser- und Maltatal, bei der drei bis vier ausgewählte und ausgezeichnete klimarelevante Filme gezeigt werden, ist eine liebgewonnene Tradition.

Kinosessel abzugeben

Übrigens: Nach der Übersiedelung des Kulturkinos Gmünd werden die Kinosessel, die sich noch im alten Pfarrhof Gmünd befinden, kostenlos abgebeben (gegen eine Spende für die gemeinnützige Stiftung). „Wir möchten verhindern, dass diese wunderbaren, alten und geschichtsträchtigen Möbelstücke – sie stammen ursprünglich aus einem italienischen Kleintheater – einfach entsorgt werden und möchten ihnen stattdessen die Chance auf eine weitere Station geben“, meint Julia Schuster. Die Sessel sind in fixen Dreier- und Vierer- und Fünferreihen mit geteilten Armlehnen verbaut, insgesamt sind etwa 60 Sitzplätze zu haben (Besichtigung nach telefonischer Anmeldung unter der Tel. 04732 44300 am Freitag, 23. Jänner, 15 bis 17 Uhr möglich, Abholung die Woche darauf, Freitag 30. Jänner von 15 bis 17 Uhr). Das Programm beider Alternativ-Kinos (auch des Millino, wenn es wieder startet) finden Leser des „Oberkärntner Volltreffer“ in der Rubrik „Was ist los in Oberkärnten?“.

 

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