Der begeisterte Biologe und frühere Lehrer und Lehrer-/Lehrerinnen-Ausbildner Dr. Andreas Niggler (Jg. 1950) liebt die Natur, die Berge, Graz und sein Heimattal, das Lesachtal.
Von Karl Brunner
Er ist der Sohn des „letzten Lesachtaler Schumachermeisters Andreas Niggler vulgo Pittole“, der in Liesing im Lesachtal lebte und dort seine Schuhmacher-Werkstätte hatte. Diese wurde zum original erhaltenen Schustermuseum gemacht und war dankenswerterweise seit 2013 durch den Verein „Kulturwerkstatt Lesachtal“ der Öffentlichkeit zugänglich. Um das historisch wertvolle Pittole-Haus am Dorfplatz von Liesing auch noch für die weitere Zukunft zu erhalten, wird nun ein Käufer gesucht. Wichtig ist Andreas und seiner Gattin Gerhild die Erhaltung dieses jahrhundertealten und in gutem Zustand befindlichen Hauses im typischen Holzstil. Ein Käufer, eine Käuferin, am besten aus der Umgebung, sollte es sein, der oder die dieses besondere museale, aber dennoch gut wohnlich benutzbare Haus zu schätzen weiß. Die Inhalte des Museums sollen an anderer Stelle ausgestellt werden. Niggler lebt bereits seit 55 Jahren in Graz. Im Lesachtal ist der stets freundliche Andreas als „Pittole Ando“ sehr vielen bekannt. Mit seinem Heimattal ist er mit dem Herzen tief verbunden, ganz im Sinne des berühmten Hanns-Koren-Zitates: „Heimat ist Tiefe, nicht Enge“. Als Bub war Andreas oft auf der Steinecken-Alm, wo sein Vater als „Rosshirte“ Pferde zu hüten hatte. Ein großes Hobby ist Bergwandern. Als Frühaufsteher ist er gerne unterwegs und freut sich, wenn er immer wieder Sonnenaufgänge auf Berggipfeln erleben kann.
Lesachtal-Exkursionen
Nach Schulbesuch in Liesing und dem Gymnasium in Tanzenberg studierte er Biologie an der Uni Graz, wo er 1974 sponsierte und 1977 dissertierte. Den Anstoß zum Biologiestudium gab es in Tanzenberg, da sein Biologielehrer es am Teich nahe der Schule verstand, Interesse für kleine Lebewesen zu wecken. Nigglers Doktorarbeit befasst sich mit der Ökologie im steirischen Vulkanland. Aussagekräftig das Wort des berühmten Forschers Karl von Frisch (Entdecker der „Bienensprache“), welches Andreas seiner wissenschaftlichen Arbeit vorangestellt hat: „Schau mit offenen Augen nur in die lebende Natur! Findest Stoff für allezeit - und du lernst Bescheidenheit“. Im selben Jahr heiratete er seine Frau Gerhild, die sich beruflich ebenfalls der Lehrtätigkeit widmete. Zur Familie gehören ein Sohn, eine Tochter sowie ein Enkelkind.
Niggler war ein sehr beliebter Lehrer, kein Wunder, ging es ihm neben dem Stoff vor allem um das „Wie“ des Unterrichtens, somit um Verständnis, Beziehung, Kooperation, ganzheitliche Sichtweisen, Projektbezogenheit, Vernetzung. Möglichst viel oder oft stand anschaulicher Outdoor-Unterricht auf dem Programm. Tätig war der Biologe und Pädagoge erst am Bischöflichen Gymnasium in Graz und dann an mehreren Bildungseinrichtungen zur Aus- und Weiterbildung von Lehrern und Lehrerinnen: Pädagogisches Institut Steiermark, Pädagogische Akademie Graz-Eggenberg, Kirchlich-Pädagogische Hochschule Graz, Pädagogische Hochschulen Steiermark und Burgenland und an der Karl-Franzens-Universität Graz. Im Zuge seiner Tätigkeit veranstaltete er immer wieder Exkursionen ins Lesachtal, wo er den Teilnehmerinnen und Teilnehmern seine geliebte Heimat näherbrachte.
Sozial-karitativ
Dr. Niggler und seine Gattin sind auch sehr sozial-karitativ eingestellt. Sie erinnern sich gerne an den legendären Begründer der Vinzi-Werke, den „Armenpfarrer“ Wolfgang Pucher als ein Beispiel für Menschlichkeit. Die karitativen Vinzi-Einrichtungen werden ehrenamtlich betrieben und dabei werden gezielt Hilfsbedürftige bzw. Hilfsprojekte unterstützt. Bis zu seinem 75. Geburtstag war Andreas Niggler im Zentralrat der Vinzenzgemeinschaften der Steiermark tätig. Zuvor leitete er eine Vinzenzgemeinschaft, bei der der jetzige Bischof der Diözese Graz-Seckau, Wilhelm Krautwaschl, geistlicher Begleiter war. Apropos Bischof: der Bischof von Innsbruck, Hermann Glettler (ein gebürtiger Steirer) war auch Schüler im Biologieunterricht von Niggler. Und noch ein Würdenträger, der steirische Weihbischof Johannes Freitag, lauschte seinem Unterricht.
Neben Enkelbetreuung sind Naturfotografie und Reisen weitere Hobbys der Familie Niggler. Viel Spannendes wissen sie u.a. von ihren Reisen bzw. Aufenthalten in Australien und Marokko zu erzählen. Noch etwas zeichnet den sympathischen Lesachtaler und Grazer aus: er wechselt sofort in den Lesachtaler Dialekt, wenn er mit einem aktuellen oder früheren (weggezogenen) Talbewohner ins Gespräch kommt.