Katharina Posani (44) eröffnete am 1. April 2017 einst ihre Cafeteria und Backstube „Kathis Cakes“ in der Hauptstadt Palma auf Mallorca. Vor zwei Jahren holte sie mit dem neuen Namen „Created by Katharina Posani Austrian Cake Artist“ ihren Heimatbezug stärker hervor. Die Oberkärntnerin erfüllte sich damit ihren Lebenstraum – und ihr Erfolg wurde letztes Jahr noch mit der Kür zur „besten Hochzeitstorte Spaniens“ gekrönt. Das Backen hat es ihr seit Kindestagen angetan, ihre Konditorlehre absolvierte sie übrigens in der K&K Hofzuckerbäckerei L. Heiner, der ältesten Hofzuckerbäckerei Wiens. Katharina Posani kommt aus Großkirchheim, wo ihre Eltern Roland und Theresia zuhause sind, sie hat eine Schwester namens Veronika.
OVT: Frau Posani, sie buken die „beste Hochzeitstorte Spaniens“! Wie sehr freut es Sie als „Zugereiste“? Wie kam‘s dazu und wie lief‘s ab?
Katharina Posani: Ich freue mich natürlich unglaublich darüber so einen besonderen Preis bekommen zu haben. Da ich in den letzten Jahren sehr intensiv meine Kreativität auf dem Gebiet der Hochzeitstorten ausgelebt habe, steche ich mit meinem individuellen und ganz besonderen Stil einfach hervor. Das war ein großer Grund, warum ich diesen Preis erhalten habe. Meine Kunden hatten auch ein Wörtchen mitzu-
reden, weil deren vielen positiven Feedbacks auch eine große Rolle spielten. Es war jetzt keine ganz bestimmte Kreation, sondern es wurde einfach das Gesamtpaket bewertet – das aus Kreativität, Geschmack, Kundenbetreuung und Zufriedenheit von den Kunden bewertet wurde. Und ... nachdem ich ja schon vor 18 Jahren das erste Mal auf der wunderschönen Sonneninsel gelandet bin, fühle ich mich gar nicht mehr so als Zugereiste.
Mit dem heurigen Jahr konzentrieren Sie sich nun ganz auf ausgefallene und exklusive Tortenkreationen. Was steckt hinter ihren kleinen Kunstwerken?
Meine Torten sind für mich ess-
bare Kunstwerke, die Herzen öffnen können. Bei solchen besonderen Projekten kann ich mich kreativ vollkommen ausleben – jede Kreation ist
etwas sehr Persönliches. Gleichzeitig ist mir das Innenleben der Torten genauso wichtig wie die äußere Gestaltung. Durch meine vielen Reisen und Stationen, unter anderem in Michelin-Sterne-Restaurants, durfte ich
lernen, wie man außergewöhnliche und gleichzeitig ausgewogene Geschmackskombinationen entwickelt. All diese Erfahrungen fließen in meine Arbeit ein – so entsteht eine Verbindung aus Ästhetik, Emotion und einem Geschmackserlebnis, das in Erinnerung bleibt.
Inwieweit hat dabei auch noch „Kärntnerisches“ seinen Stellenwert?
Was Kärntnerisches gibt‘s für meine Familie und Freunde daheim, den Kärntner Reindling zu Ostern, und Vanillekipferl und Lebkuchen dürfen natürlich auch nicht fehlen. Apfelstrudel und Sachertorte esse ich ja selber auch sehr gerne, die mache ich natürlich auf Bestellung für meine Kunden.
Setzen Sie gern auf regionale
Produkte vor Ort?
Ja, absolut. Ich habe das Glück, dass ich vor vier Jahren mit meinem Freund zusammen eine wunderschöne Finca aus dem 18. Jahrhundert gekauft und renoviert habe. Wir haben ein großes Grundstück, 20 Mandelbäume, Orangen- und Zitronenbäume, Zwetschken-, Marillen-, Oliven- und Feigenbäume. Alle diese Produkte verarbeite ich in meinen Torten, und das schmeckt man einfach. Dadurch, dass ich ja von meiner Mama und auch Großmutter gesehen und gelernt habe, wie wundervoll es ist, die Geschenke, die uns die Natur bereitet, zu schätzen und zu verarbeiten, mache ich das natürlich auch auf meinem eigenen Grund und Boden und bin sehr dankbar dafür.
Wie kam‘s damals zum Sprung in die Selbstständigkeit?
Ich hab‘ gar nicht so viel überlegt. Es fängt mit einem Traum an, dann kommen langsam alle Puzzleteile zusammen, und wenn man dann im vollen Umbau steht, kommen natürlich auch Ängste und Zweifel hoch. Wenn man aber liebt was man tut, kann man alles schaffen.
War Mallorca immer schon Ihr „Lebenstraum“?
Ich bin ja schon mit 15 aus dem Mölltal nach Wien gegangen, um dort meine Konditorlehre zu starten. Von diesem Zeitpunkt an begann diese riesige spannende Reise. Mit meinem Beruf war es einfach perfekt
arbeiten und reisen zu verbinden. Ich war in London, in der Schweiz, in Singapur, Portugal und plötzlich bekam ich ein Jobangebot auf Mallorca in einem 2-Sterne-Restaurant als Patisserie-Chefin. Das war 2008, ich bin aber seither nicht durchgehend auf Mallorca geblieben, wollte immer wieder weg. Ich war auch mal für sechs Monate in Südamerika, habe es versucht in Wien und Bayern sesshaft zu werden, das hat aber nicht geklappt. Es hat mich einfach immer wieder nach Mallorca gezogen.
Möchten Sie für immer dortbleiben?
Nach so vielen Jahren auf Reisen war es für mich sehr schwierig den Platz zu finden, wo ich wirklich leben will und auch glücklich bin. Das war dann 2016, wo ich das erste Mal nach 20 Jahren Reisen das Gefühl hatte angekommen zu sein.
Wo liegen eventuelle Mentalitäts-Unterschiede zum Mölltal? Wie
perfekt ist mittlerweile auch ihr Spanisch?
Die Liste der Unterschiede ist lang, aber nach so vielen Jahren hab‘ ich auch schon einiges an mallorquinischer Mentalität angenommen. Das poco a poco (alles etwas langsamer machen) mag ich mittlerweile sehr gerne. Oder auch das mal schnell auf der Straße stehen zu bleiben, bloß die Warnblinkanlage an, um was zu erledigen, find` ich super – stößt allerdings hier in Österreich nicht auf so große Begeisterung im Straßenverkehr. Das fröhliche Lebensgefühl, das wir hier in Spanien haben, wiegt einfach alle Differenzen auf. Und mein Spanisch ist nach so vielen Jahren auch schon fast perfekt, da ich es auch jeden Tag spreche.
Welchen Hobbys frönen Sie zum beruflichen Ausgleich? Die Palette könnte ja vom Meer bis zur Bergwelt reichen!
Ein Fixpunkt für mich ist dreimal in der Woche Hot Yoga zu machen, dass brauche ich einfach zum Ausgleich für den stehenden Beruf.
Alles, was Outdoor ist, liebe ich – im Meer schwimmen, Wandern gehen oder bloß nur in der Hängematte im Garten liegen und in den Himmel schauen.
Und gerne noch abschließend, schauen Sie auf Mallorca auch mal auf www.oberkaerntnervolltreffer.at? Ist‘s etwas Kontakt zur „alten Heimat“?
Ja, manchmal schmökere ich auch aus der Ferne in den „Volltreffer“, und sonst schauen meine
Eltern, dass ich alles Wichtige mitbekomme, und schicken mir Fotos von den Artikeln.
Apropos „alte Heimat“: Wie oft kommen Sie noch heim?
Nicht so oft, vielleicht zweimal im Jahr. Es steht aber groß auf meiner Liste, dass ich in Zukunft wieder öfter ins Mölltal kommen möchte.
Kurz gefragt:
Katharina Posani
(Großkirchheim, Palma de Mallorca)
Konditorin
Sternzeichen: Schütze
Ich höre gern … Spanische Musik, da sie für mich so viel Lebensfreude vermittelt.
Lieblingsgetränk: Kräutertee aus Mamas Garten
Lieblingsblume: Sonnenblume
Lebensmotto: Immer positiv denken und mit Spaß und Freude durchs Leben tanzen.