Johannes Kogler (18) holte sich Ende Juni den Sieg beim Bundeslehrlingswettbewerb der Tischler in Graz – und kürte sich somit zu Österreichs bestem Tischlerlehrling. Diesmal trat er im dritten Lehrjahr an, aber auch schon in seinem ersten Lehrjahr schaffte er es bundesweit auf den zweiten Platz. Der junge Drautaler lernt den Tischlerberuf bei Lindner Möbel und Treppen GmbH in Gajach (Gemeinde Steinfeld), dort setzt man seit Jahren auf die Ausbildung junger Fachkräfte. Johannes Kogler lebt bei seinen Eltern Manuela und Dietmar in Kleblach-Lind und hat drei Geschwister.
OVT: Herr Kogler, Bundessieger 2026 – wie sehr freut es Sie?
Johannes Kogler: Es freut mich sehr, dass ich diesen Wettbewerb für mich entscheiden konnte.
2024 waren Sie mit dem zweiten Platz ebenfalls schon sehr nah dran! War der damalige Erfolg eventuell eine zusätzliche Motivation für dieses Mal?
Ja, das denke ich schon. Es war dieser zweite Platz schon ein schöner Erfolg und eine großartige Erfahrung für mich. Die damalige Teilnahme legte sicher eine gute Grundlage für diesen jetzigen Erfolg.
Wie lief nun der Bundesbewerb in Graz ab, und was mussten Sie alles wissen und machen?
Ich hatte vier Stunden 30 Minuten Zeit, um ein von den Preisrichtern vorgegebenes Werkstück zu fertigen. Erst 15 Minuten vor Beginn des Wettbewerbes erhielten wir Teilnehmer die Pläne für das Werkstück. Diesmal war es eine kleine Schatulle mit traditionellen Holzverbindungen. Im theoretischen Teil mussten wir im dritten Lehrjahr 22 heimische und fünf ausländische Holzarten erkennen und zuordnen. Das schönste, maßhaltigste und plangenaueste Werkstück hat dann schließlich gewonnen.
Und für die Bundessieger gab‘s letztlich dann noch einen „spezielleren“ Auftritt!
Ja, am Abend wurden schließlich die Sieger in einem festlichen Rahmen bei der Siegerehrung im Congress Graz verkündet.
Hatten Sie auch etwas Lampenfieber?
Normalerwiese bin ich bei Wettbewerben eher entspannt, doch dieses Mal hatte ich schon starkes Herzklopfen.
Wie haben Sie sich auf den Wettbewerb vorbereitet?
Mein Lehrbetrieb steht sehr stark hinter mir. Es wurden eigene Trainingseinheiten mit den Gesellen in der Firma organisiert. Dafür möchte ich mich auch sehr herzlich bei meinen Chefs bedanken. Auch im Rahmen der Berufsschule und unter Anleitung von erfahrenen Trainern konnte ich meine Fähigkeiten weiter verbessern.
Wie kamen Sie denn zum Tischlerberuf? War‘s schon ein Kindheitswunsch?
Das stimmt, es war wirklich ein Kinderwunsch. Ich habe nämlich schon in etwa mit zehn Jahren begonnen mich zuhause in meiner kleinen Werkstatt mit Holz zu beschäftigen – und habe vieles gebaut. Zuerst einfache Rahmen, Vogelhäuschen oder Regale, später dann gedrechselte Schüsseln, Schemel, Gartenbänke oder kleine Werkstücke zum Muttertag oder zum Vatertag. So bin ich schließlich auf den Tischler-Beruf gekommen.
Beim Drechseln hatten Sie auch einen „Helfer“ von nebenan!
Ja. Das Drechseln hab‘ ich bei unserem Nachbar Manfred gelernt, der mich am Anfang immer in seiner Werkstätte mitarbeiten ließ, bis ich dann schließlich in meiner eigenen Werkstätte meine ersten „Kunstwerke“ herstellte. Übrigens: Auf meinem ersten selbstgedrechselten Schemel sitze ich heute noch immer beim Tisch.
Zum Schluss noch gefragt: Welchen Hobbys frönen Sie gerne privat?
Ich treffe mich gerne mit meinen Freunden. Das Motorradfahren, das Volleyballspielen sowie Musik hören gehören zu meinen liebsten Freizeitbeschäftigungen.
Kurz gefragt:
Johannes
Kogler
(Kleblach-Lind)
Tischlerlehrling
Sternzeichen: Zwilling
Ich höre gerne (Musik):
80er, 90er, Rap
Lieblingsgetränk: Skiwasser
Lieblingsfarbe: grün
Glücksbringer: Halskette mit einem Kreuz