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16. Januar 2020

Umweltschonende Entsorgung von Schwemmholz

Bei Unwettern anfallendes Schwemmholz musste zur Entsorgung bis jetzt in andere Bundeslänger verbracht werden. Zwei Oberkärntner Unternehmen entwickelten nun eine Lösung vor Ort, sodass die langen Transporte wegfallen.
Umweltschonende Entsorgung von Schwemmholz
Neue, umweltschonendere Wege gehen die Firmen Lindner und Fürstauer bei der Aufarbeitung von Schwemmholz. In einem riesigen Schredder wird das Holz zerspant und danach in lokalen Biomasseheizwerken verwendet. Am Bild: V. l.: Clemens Jäger (Lindner), Helmut Fürstauer, Andreas Obweger und Wolfgang Zwenig. Foto: Lindner

Die starken Unwetter im November 2019 im Mölltal haben nicht nur unzählige Murenabgänge ausgelöst und damit Schäden in Millionenhöhe verursacht, sondern auch tonnenweise Bruch- und Schwemmholz hinterlassen. Um dieses nun möglichst umweltschonend und unkompliziert zu verwerten, haben sich die Unternehmen Lindner Recyclingtech aus Spittal und Erdbau Fürstauer aus Mühldorf zusammengetan und eine passende Lösung entwickelt. „Wir schätzen, dass sich circa 20.000 Schüttraummeter Wildholz momentan im Gebiet befinden“, erklärt Helmut Fürstauer, „Bisher mussten solche Hölzer aufwändig mittels LKW in andere Bundesländer gebracht werden, um dort entsorgt zu werden. Wenn wir mit 20 m3 pro Ladung rechnen, würde alleine der Transport über 500 Tonnen CO2 verursachen. Durch die guten Kontakte zur Firma Lindner sind wir gemeinsam auf die Idee gekommen nach einer regionalen Lösung zu suchen. Wir kümmern uns dabei um die Logistik, Lindner um die Maschinerie.“ Auch der rechtliche Aspekt wurde in Gesprächen mit dem Land Kärnten geprüft. Eine Ausnahme im Altlastensanierungsgesetzt erlaubt es, anfallendes Holz nach Naturkatastrophen auf diese Weise zu entsorgen, eine rechtssichere Lösung für betroffene Gemeinden.

Aufbereitung vor Ort

Zur Aufbereitung des Materials kommt eine mobile Systemlösung der Firma Lindner, bestehend aus Shredder und Sieb, zum Einsatz. Dazu Clemens Jäger, Leiter des Projekts bei Lindner: „Wir halten es für sinnvoller, die Maschinen direkt in das Gebiet zu bringen, in welchem das Holz anfällt. Großvolumiges Bruchholz oder Wurzelstöcke lassen sich nach der Zerkleinerung und Trennung von Erde und Steinen wesentlich einfacher manövrieren. Darüber hinaus haben wir unsere Maschinen so ausgelegt, dass das fertige Material direkt in lokalen Biomassekraftwerken ohne weitere Aufbereitung klimaschonend für die Gewinnung von Energie und Wärme verwenden lässt. Im Idealfall beschränkt sich so der Transportaufwand auf wenige Kilometer.“

 

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