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13. August 2026

OBI Martin Guggenberger, Lesachtal: „Wir müssen sehr aufmerksam sein!“

Die Zahl der Waldbrände steigt. Der Lesachtaler Landwirt, Waldbesitzer und Feuerwehrmann OBI Martin Guggenberger rät zu „besonderer Aufmerksamkeit“ und zu (mehr) Prävention.

Von Karl Brunner

Landwirt, Waldbesitzer und Gemeinde-FF-Kdt. OBI Martin Guggenberger. Foto: privat

Es gibt immer mehr Waldbrände, auch in Kärnten. Die hohen Temperaturen und die langen Trockenperioden begünstigen das Auftreten von Waldbränden. OBI Martin Guggenberger (Jg. 1969) hat viel Praxis und Wissen und will Bewusstsein für mögliche künftige Gefahren schaffen. Prävention werde immer wichtiger. „Gute Vorbereitung ist die beste Form des Waldbrandschutzes“. Der fleißige Landwirt Guggenberger vom Bio-Bauernhof „Gailerhof“ aus Niedergail (nahe Liesing) im Lesachtal ist erfahrener Waldbesitzer und Feuerwehrmann. Er ist Kommandant der FF Liesing und Gemeindefeuerwehrkommandant der Gemeinde Lesachtal seit 2009. Aktiver Feuerwehrmann ist er schon seit 1986. Er ist auch Obmann der WWG Lesachtal (Waldwirtschaftsgemeinschaft), Geschäftsführer der WWG Region Gailtal und Landesobmann-Stellvertreter des Waldverbandes Kärnten. Übrigens ist Guggenberger seit März 2026 auch erster Vizebürgermeister der Gemeinde Lesachtal, Mitglied des Gemeinderates ist er schon seit 2009.

Wiederaufbau dauert Jahre

Im Lesachtal wütete im April d.J., wie bekannt, auf einer Fläche von 110 Hektar der größte Waldbrand Kärntens. Das steile Gelände, die starke Thermik erschwerten die Löscharbeiten extrem. Die schwierige Brandbekämpfung verlief, wie berichtet, als großartige und professionelle Gemeinschaftsleistung und Kooperation vieler Feuerwehren mit allen relevanten Partnern und moderner Technik (Heli etc.). Beeindruckt hat den aktiven und mitbeteiligten Gemeinde-Kommandanten der enorme Zusammenhalt, Feuerwehren, Behörden, Einsatzorganisationen und die Bevölkerung – alle haben gemeinsam an einem Strang gezogen. Das mache Mut, auch wenn der Wiederaufbau des Waldes viele Jahre dauern wird, sagt Guggenberger. Zweifellos ein enormer Rückschlag für die arg geschädigten Waldbesitzer. Besonders schmerzhaft auch, denn manche Flächen waren bereits wieder aufgeforstet gewesen. Nun beginne alles wieder von vorne.

Mischwald nötig

Die Lesacher Wälder waren/sind hauptsächlich Fichtenwälder. Plädiert wird auch hier dafür, den Laubholz-Anteil (sorgt auch für besseres Mikroklima) zu erhöhen, Mischwald zu forcieren, wo es möglich ist und wofür es auch Förderungen gibt. Nun gelte es, eine gute Mischung zu finden, die den Waldbesitzern noch einen Ertrag einbringt und zugleich ein entsprechender Mix an Baumarten den Herausforderungen (Schädlingsbefall, Hitze) gewachsen ist, erklärt Guggenberger die schwierige Aufgabenstellung. Aufforsten tut not, um wieder einen stabilen, wirtschaftlichen, resilienteren Wald zu bekommen. Nicht jeder Waldbesitzer zeigt sich darüber erfreut, weiß er doch, dass den Ertrag erst nachfolgende Generationen haben werden. Den Feuerwehren im Lesachtal war bewusst, dass ein größeres Waldbrandrisiko herrschte und auch weiter herrscht, sie hatten sich auch gut vorbereitet und zusätzlich dafür ausgerüstet, was sich im Einsatz als sehr wichtig und vorteilhaft erwiesen hat. Waldbrandrisiko, warum? Sturm Vaia, Wind- und Schneebruch und massiver Borkenkäferbefall verursachten schon seit 2018 enorme Waldschäden, Bruch- und Schadholz wurde in so großen Mengen wie nie zuvor und dies über Jahre aus dem Tal abtransportiert, große Kahlflächen waren und sind die Folge. Diese drohen zu vergrasen, zu verbuschen und auszutrocknen, was die Brandgefahr erhöht (zumal Hitzeperioden weiterhin vorausgesagt werden). „Das Wichtigste ist Aufmerksamkeit, in Trockenperioden noch mehr“, betont Guggenberger. Kleine Unachtsamkeiten, wie etwa eine weggeworfene Zigarette, können einen Brand auslösen. Die Errichtung von Wasserentnahmestellen oder Löschteichen sollte jedenfalls diskutiert und geprüft werden, an Stellen, wo es möglich und sinnvoll erscheint. Eine konsequente Waldpflege und eine gute Erschließung mit Forstwegen sind wichtige Bausteine der Prävention. Diese erleichtern nicht nur die Bewirtschaftung, sondern im Ernstfall auch die Brandbekämpfung. Ein weiterer Tipp des erfahrenen Kommandanten: auch im vermuteten, angenommen Ernstfall keine Zeit verlieren. So sind die Feuerwehren im Lesachtal sofort im vollen Einsatz, wenn es darum geht zu Bränden eines einzelnen Baumes (ausgelöst durch Blitzschlag) auszurücken. Schon eine geringe Rauchentwicklung ist zwar aus der Ferne sichtbar, aber nicht immer leicht zu lokalisieren. Ein kleiner Brand aber kann sich enorm schnell zum Großereignis entwickeln. Jeder Brandmeldung/-sichtung werde daher raschest nachgegangen.

 

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