Siegfried Paul Gelhausen (Jg. 1950) aus Dellach im Drautal ist ein bekannter, mit Preisen mehrfach ausgezeichneter Lyriker. Zuletzt erhielt der den Lyrik Preis 2025 des P.E.N. Club Austria.
Von Karl Brunner
Er schreibt in Mundart und Hochdeutsch. Eine größere Zahl der Mundarttexte wurde auch vertont (Günther Antesberger/ Bruno Strobl). Anfang der 80er Jahre kam Gelhausen als Autodidakt von der Malerei zum Schreiben. Im Vorjahr erschien das Buch „Kärntner Mundartiges. Schrecklich schöne Liebesgedichte und andere Ungereimtheiten“. Seit kurzem gibt es wieder eine Lyriksammlung (in Hochdeutsch) von ihm: „im schatten der dachrinne“ (Lyrik und Aphorismen, Auswahl 1995 – 2025; Verlag Amazon). Ein Beispiel daraus: frostig – erntet der herbst/meine letzten tage,/ gar scharf ist sein schnitt!/ wie verdorrte blätter/trägt der wind sie fort./ sanft packt mich dann/ die ewigkeit am mantelkragen,/ der sommer/ liegt hinter mir/ wie ein leeres wespennest./ bald wohl werde ich/ den ort erreichen/ wo eine endlose/ebene beginnt. Es sind Gedichte zum Nachdenken. Gelhausens Texte zeichnet eine philosophische Weltbetrachtung aus, befand einmal die Journalistin Maria Pink.
Lyrik ist Stiefkind
Peter Turrini hat ihm einmal attestiert: „Gelhausens Dorfbeschreibungen sind von einer düsteren Genauigkeit, von detaillierter Beobachtung scheinbar kleiner Vorkommnisse, aber daraus entsteht das große Bild“. Auch Engelbert Obernosterer hielt Folgendes fest: „Literatur beginnt damit, dass einer dem Sprachboden unter seinen Füßen nicht länger traut und es unternimmt, Partikel der Wahrnehmung auf eigene Art zu ordnen, aus der persönlichen Geschichte heraus zu entscheiden, was wichtig ist und was nichtig, wer Freund und wer Luft ist.“ Wer Gelhausens Gedichte überfliegt, finde sich sofort zurecht, so Obernosterer.
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