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01. April 2026

Der Landesvater sagte leise „servus“

13 Jahre lang – seit 2013 – prägte Peter Kaiser als Landeshauptmann das Bild Kärntens. Am letzten März-Tag nahm der „Landesvater“ Abschied von Amt und legte die Regierungsgeschäfte einstweilen in die Hände seiner Stellvertreterin Gaby Schaunig. Am 7. April wird Daniel Fellner als neuer Landeshauptmann das Ruder in Kärnten übernehmen.

„Sag beim Abschied leise servus“. Fotos: LPD Kärnten/Helge Bauer

Eine Ära ging zu Ende: Nach 13 Jahren als Landeshauptmann und insgesamt 18 Jahren in der Kärntner Landesregierung sagte Peter Kaiser beim großen Abschiedsempfang im Konzerthaus Klagenfurt frei nach dem Wahlkärntner Peter Alexander „beim Abschied leise Servus“. Gar zu leise durfte es dann doch nicht sein, denn es waren rund 300 geladene Gäste und Weggefährten gekommen, um den „alten“ LH zu verabschieden, der diese Gelegenheit nutzte, selbst noch einmal „Danke“ zu sagen. Moderiert wurde die Veranstaltung von seiner Stellvertreterin Gaby Schaunig, die eine Woche lang das Ruder auf Kurs hält, bis Landesrat Daniel Fellner schließlich am 7. April übernimmt. „Das Land hast du mit ruhiger Hand auch durch äußerst stürmische Zeiten geführt“, betonte Schaunig. Lobende Stimmen kamen vom Regierungskollegium über Videobotschaften, aber auch Altbundespräsident Heinz Fischer, der friulanische Regionspräsident Massimiliano Fedriga oder Bischof Josef Marketz und Superintendentin Andrea Mattioli meldeten sich u. a. so zu Wort.

 „Nachbarschaftspolitiker“

Auf der Bühne sprach auch Altlandeshauptmann Peter Ambrozy, der einen Rückblick auf Kaisers Anfänge gab: „Du warst schon damals kein Polterer, sondern stets diskussionsfreudig und unterhaltsam“, attestierte dieser dem scheidenden LH. Als wohl wichtigsten Erfolg der Regierung Kaiser nannte Ambrozy die Abwendung der drohenden Finanzkatastrophe im Zuge von Hypo/Heta. Weiters führte er die Verwaltungsreform, die Reformen für Schulen und Kindergärten, den Ausbau des tertiären Bildungswesens, die Kulturstrategie und leistbares Wohnen an. Kaiser habe in der Krisenbewältigung alle eingebunden. Er sei ein glühender Europäer und Nachbarschaftspolitiker und habe sich so für eine plurale Gesellschaft, Toleranz, Menschenrechte und die Volksgruppe eingesetzt.

Europa als Chance

Nach den Dankesworten meinte Kaiser: „Man könnte meinen, ich bin der neue Übermensch. Das bin ich nicht und will es auch nicht sein.“ Er sei vielmehr jemand, der für dieses Land und seine Menschen die Ärmel hochgekrempelt habe. Es gehe darum, Dinge, mit denen man unzufrieden sei, zu ändern. Er habe dies immer in Kollegialität, Miteinander, mit Hirn und Herz versucht. In seinen 13 Jahren und vier Tagen als LH habe sich Kärnten sichtbar und spürbar in Europa integriert und etabliert und liege heute respektiert im Herzen Europas, das er als Chance bezeichnete, die es zu nutzen gilt. In einer Zeit, wo es offenbar zu einer Neuverteilung der Welt komme, müsse man sich auf EIN Europa besinnen, das stark nach außen auftreten sollte, so Kaiser. Zum Abschied dankte er allen politischen Mitwirkenden – aller Parteien – sowie auch dem Kollegium der Landesregierung, seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, seiner Familie. Nach einer emotionalen Rede war Kaisers Aufruf an Alle: „Gemeinsam schaffen wir Vieles für unsere Heimat Kärnten“.

 

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