Seit Oktober fehlt mehr als ein Drittel des Niederschlages, vermelden regionale Wetterstationen. Die Auswirkungen der derzeitigen Trockenheit spüren Landwirtschaft und Gemeinden, die bereits zum sorgsamen Umgang mit Wasser aufrufen. Alle Hände voll zu tun haben auch die Feuerwehren aufgrund der erhöhten Waldbrandgefahr.
Der März war bereits sehr trocken, in den Tälern gab kaum nennenswerten Niederschlag, der Wind tat das seinige dazu. Die Trockenheit zeichnete sich über das gesamte Winterhalbjahr ab. In der Region fehle rund ein Drittel des Niederschlags, erklärt „Tauernwetter“-Meteorologe David Kaufmann. „In Kärnten und Osttirol – in Österreichs Süden – fielen lediglich 289 Millimeter, das Normal liegt bei 456 Millimeter. Im Schnitt sprechen wir von 36% weniger Niederschlag, in manchen Ecken Oberkärnten fehlen stellenweise 50 bis 60 Prozent“, so Kaufmann. Das bestätigt auch Reinhard Prugger von den „Meteo Experts“ in Lienz: „Es gab seit November zu wenig Niederschlag. Ursache dafür ist die Großwetterlage. Die Tiefdruckgebiete im Süden, falls vorhanden, waren oft zu weit im Süden oder Osten. Es gab nie wirklich ein Genuatief, welches bei uns viel Niederschlag bringt“. „In der nächsten Zeit bis Wochenbeginn gibt es keinen Landregen, nur eventuell einzelne Regenschauer am ehesten am Freitag. Nächste Woche ist dann ein Italientief zu erwarten. Seine Lage wird entscheidend sein, wieviel Regen bei uns ab etwas Montag/Dienstag fällt. Nach aktuellen Berechnungen könnte es dann wirklich zu Wochenbeginn nenneswerten Regen bei uns geben“, so Prugger. Dass auch der Monat April wieder ein deutliches Niederschlagsdefizit bringt, sagt „Tauernwetter“ voraus. „Dass der April zu mild ausfallen wird, ist aus meiner Sicht so gut wie sicher“, so Kaufmann, der sich auf eine Saisonprognose stützt.
Wassersparen in einigen Gemeinden
Während Spittal bereits im Jänner zum Wassersparen aufrief, habe sich die Lage laut Stadtgemeinde mittlerweile etwas entspannt. Die Gemeinde Malta startete im März einen allgemeinen Aufruf zum Trinkwassersparen in bestimmten Ortschaften, um die Versorgung weiterhin gewährleisten zu können. Die Gemeinde Reißeck wandte sich in der ersten Aprilwoche an die Bevölkerung Pool Befüllungen nur nach vorheriger Rücksprache mit dem Wassermeister vorzunehmen. „Wir haben keinen Wassernotstand, aber damit wir mit dem Wasserstand im Hochbehälter kein Problem bekommen, müssen die Pool Befüllungen jetzt koordiniert ablaufen“ sagt Bgm. Stefan Schupfer. Auf den Wasserverbrauch zu achten, sei derzeit jedenfalls eine gute Idee.
Waldbrandgefahr
Im Bezirk Spittal ist das Verbot des Feueranzündens und Rauchens im Wald und Waldnähe noch aufrecht. Für den Bezirk Hermagor wurde am 8. April ebenfalls eine entsprechende Verordnung erlassen. Aufgrund der Trockenheit hatten die Feuerwehren bereits mit mehreren Wald- und Böschungsbränden zu kämpfen, z. B. wie die FF Spittal meldet, in der Liesersiedlung in Spittal, auch beim Waldbrand am Faaker See waren die Spittaler Florianis im Einsatz. Einen Waldbrand im steilen Gelände gab es im Bereich Rabantberg in Oberdrauburg, wo laut Feuerwehr Abschnitt „Oberes Drautal“ 95 Feuerwehrleute mit 12 Fahrzeugen und Hubschrauber im Einsatz standen. Der Brand habe sich dort schon auf rund einen halben Hektar ausgedehnt, nach den Löscharbeiten wurde ein Sprinklersystem installiert, um ein Wiederaufflammen zu verhindern.
Landwirtschaft hofft auf Regen
Auch in der Landwirtschaft hofft man auf Regen. Die Lage im Ackerbau sei aber derzeit schwer zu beurteilen, sagt der LK-Pflanzenbau Experte Erich Roscher. „Die Wintergetreide haben gut überwintert, die Temperaturen waren relativ kühl und die Pflanzen haben noch nicht viel gemacht“. Die entscheidende Phase, in der die Ährenanlagen gebildet werden, stehe in Oberkärnten in den nächsten zwei Wochen bevor. „Wenn es da zu einer Stresssituation kommt, kann es sich auf den Ertrag im Sommer auswirken“, so Roscher. Auch das Grünland könnte nach der Frühjahrsdüngung Wasser gebrauchen. Jedenfalls sei es jetzt noch zu früh zu sagen, ob die Trockenheit massive Auswirkung in der Landwirtschaft haben werde. Mehr aussagekräftig sei dafür das Wetter im Mai und Juni. „Niederschläge wären kein Nachteil“, meint Roscher, der anmerkt, dass auch er als Experte seit über 15 Jahren keine solch ausgeprägte Frühjahrstrockenheit miterlebt hat.