In Sachen Bodenschonung zählt nun auch das neue Gemeinschaftshaus in Oberdrauburg zu den „Pionierprojekten“. In Wien durfte die Marktgemeinde Ende Jänner den „Erdreich-Preis 2026“ für ihre bodensparende Bau-Lösung entgegennehmen.
Der „Erdreich-Preis“ ist eine Auszeichnung des Umweltministeriums (BMLUK) für Projekte, die sich in Sachen Bodenschutz verdient machen. Kürzlich wurde dieser Preis, der alle zwei Jahre vergeben wird, wieder in Wien von Minister Norbert Totschnig überreicht. Auch zwei Projekte aus Kärnten wurden dabei ausgezeichnet: Das kommunale Projekt „Moor4Klagenfurt“ aus Klagenfurt mit dem die Landeshauptstadt Feuchtflächen für den Klima-Ausgleich in die Stadtplanung integriert. Für das Obere Drautal durfte die Marktgemeinde Oberdrauburg für das neue Kulturhaus, bekannt als „Drauforum“, den Preis entgegennehmen. Das Drauforum wurde bereits 2023 fertiggestellt und dient der Gemeinde seither als Veranstaltungszentrum, sozialer und kultureller Treffpunkt und auch als architektonischer Blickfang. Um für den Bau möglichst wenig Platz zu verbrauchen, wurde es auf einem bestehenden Nahversorger aufgebaut und bildet mit dem angrenzenden historischen „Umfahrer Haus“ ein ansprechendes Ensemble, das Alt und Neu verbindet.
Elf Hektar pro Tag
Der „Erdreich-Preis“ wird in mehreren Kategorien verliehen: Bodengesundheit, Flächensparen, Flächenrecycling, Bewusstseinsbildung und kommunale Vorreiter. Oberdrauburg kam in der Kategorie „Flächensparen“ zum Zug. Bewertet wurden die Projekte von Experten aus Gemeindebund, Umweltorganisationen, der Technischen Uni sowie der Universität für Bodenkultur in Wien und dem Verein „Landluft“. „Böden sind eine der kostbarsten Ressourcen“, stellte Minister Totschnig im Zuge der Verleihung fest. Trotzdem bewegt sich der Bodenverbrauch in Österreich im langjährigen Schnitt bei rund elf Hektar pro Tag, wie es im Bodenreport 2025 des WWF heißt. Zwischen 2022 bis 2025 wurden laut Österreichische Raumordnungskonferenz pro Tag rund 6,5 ha an Flächen neu für Siedlungs- Verkehrszwecken in Anspruch genommen. Ziel laut Österreichischer Bodenstrategie wären 2,5 Hektar pro Tag.