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Wälder; häufig bis etwa 2.000 m.
Teich-Schachtelhalm
(Equisetum
fluviatile, -limosum)
– Teiche, Röhrichte,
Gräben; zerstreut und vereinzelt, etwa
zehn Funde.
Winter-Schachtelhalm (Equiselum
hyemale)
– Laubwälder, Waldsäume,
Waldschläge; zerstreut bis über die
Waldgrenze.
Sumpf-Schachtelhalm (Equiselum
palustre)
– Nährstoffreiche Feucht- und
Moorwiesen; recht häufig, meist in Mit-
tellagen.
Wiesen-Schachtelhalm (Equisetum
pratense)
– Frischfeuchte Laubwälder und
Gebüsche; recht selten, nicht im südlichen
Teil.
Ästiger Schachtelhalm (Equisetum
ramosissinum)
– Offene Halb-Trocken-
rasen; sehr selten: Sillian, Nußdorf, Döl-
sach.
Wald-Schachtelhalm (Equisetum syl-
vaticum)
– Feuchte Wälder, Bergäcker,
kalkmeidend; verstreut bis zur Waldgren-
ze.
Riesen-Schachtelhalm (Equisetum
telmateja, – maximum)
– Quellmoore,
Flachmoore, an Bächen; sehr selten: ein
Fund (Glanz bei Oberlienz), gefunden von
Leo Kranebitter, größte Exemplare errei-
chen 2,20 m Höhe.
Bunter Schachtelhalm (Equisetum
variegatum)
– Flachmoore, Sand- und
Tonböden; vereinzelt und gestreut, etwa
25 Funde.
Ufer-Schachtelhalm
(E.xlitorale;
E.arvense x E.fluviatile)
– Sandfelder,
Feuchtwiesen, Wassergräben; sehr seltener
Bastard zwischen Acker- und Teich-
Schachtelhalm; nur ein Fund: oberhalb
Kreithof bei Tristach 1.200 m, am 21. 10.
1989, bestimmt von K. Fitz, Wien; Erst-
fund für Tirol.
Natternzungenartige Farne
(O. Ophioglossales)
Natternzunge (Ophioglossum vulga-
tum)
– Bergheiden, Magerrasen; nur eine
alte Angabe bei DALLA TORRe
1906:60: „Lienz. Im Pekets bei der
Stampferhütte“, – wohl ausgestorben!
Tüpfelfarnartige (Polypodiales)
Bergfarn (Thelypteris limbosperma,
= Th. oreopteris, = Dr. montana)
– Berg-
wälder, Hochstaudenfluren, kalkmei-
dend; vereinzelt, kaum 15 Nachweise.
Buchenfarn (Thelypteris phegopteris,
= Pheg. connectilis)
– Hangwälder, Ge-
büsche, Hochstaudenfluren, kalkmei-
dend; recht häufig.
Sumpffarn (Thelypteris palustris)
Erlenbüsche, Sumpfstellen; nur ein Fund:
Tristacher See bis Alter See, dort noch
1988, seitdem trotz sorgfältiger Kontrolle
kein Fund mehr! Möglicherweise durch
Bau- und Kultivierungsmaßnahmen aus-
gerottet!
Hirschzunge (Phyllitis scolopendri-
um)
– Feuchtkalte Schluchtwälder, Fels-
spalten, kalkhold: ebenfalls nur eine alte
Angabe bei DALLA TORRE 1906:11 „im
Walde ober der Bergwiese Krait“ (= Kreit-
hof): Die gezielte oftmalige Nachsuche
blieb erfolglos, die Art ist ausgestorben;
die Wuchsverhältnisse beim Kreithof
stimmen gut mit solchen in Kärnten übe-
rein. Vereinzelt wächst die Art gepflanzt in
Lienzer Gärten.
Grünstieliger Streifenfarn (Aspleni-
um viride)
– Schattige Kalkfelsen und
Mauern; recht häufig, vereinzelt bis über
2.600 m.
Braungrüner Serpentin-Streifenfarn
(Asplenium adulterinum)
– Vornehmlich
an Serpentin, Serpentinit; nur ein Fund:
Schöntal bei Obertilliach.
Dolomiten-Streifenfarn (Asplenium
seelosii)
– Kalk- und Dolomitenfelsen der
Alpen; vereinzelt am Nordrand der
Lienzer Dolomiten, kleinwüchsig, meist
versteckt in Felsspalten, selten.
Mauer-Streifenfarn,
Mauerraute
(Asplenium ruta-muraria)
– Lichte,
trockene Felsen und Mörtelfugen, Mauern;
recht häufig bis über 2.200 m. Bei Thal
(Stur-zelbachklamm, Leisacher Alm-
bach-Graben): ssap. dolomiticum.
Nördlicher, Schmaler Streifenfarn
(Asplenium septentrionale)
– Trockene,
sonnige Silikatfelsen, kalkmeidend; relativ
häufig bis etwa 2.200 m.
Braunstieliger Streifenfarn (Aspleni-
um trichomanes trichomanes)
– Kalk-
felsen, Kalkmauern, auch an Silikat; No-
minatrasse weit verbreitet, häufig. A. tr.
ssp. quadrivalens: viel seltener (neun Fun-
de), mehr im Süden. A. tr. ssp. pachyrha-
chis; Rarität: nur einmal, Leisachalmbach-
Graben bei Thal.
Deutscher Streifenfarn (A. xgermani-
cum auct., A.alternifolium)
– Bastard:
Nördlicher Str. x Braunstieliger Streifen-
farn): vereinzelte Funde: Grafendorf,
Thurn, Obergaimberg, Lienzer Klause,
Unterpeischlach.
Straußenfarn, Straußfarn (Matteucia
struthiopteris, = Str. germanica)
– Au-
wälder, sickernasse, nährstoffreiche
Schwemmböden; zunehmend häufig,
aber doch nur Streufunde vor allem im
südlichen Bereich, mehr in Tallagen.
Alpen-Wimperfarn (Woodsia alpina)
– Trockene Urgesteinsfelsen; nach
DALLA TORRE 1906:58 bei Prägraten,
Matrei, St. Leonhard i. D., Hopfgarten, St.
Johann, Ainet, Oberlienz, Zettersfeld. Nur
drei Neufunde: Trojer Almtal, Umbaltal,
Dorfertal nördlich Hinterbichl; seltene Art.
Rostroter Wimperfarn (Woodsia il-
vensis)
– Sonnige Urgesteinsfelsen,
Geröllhalden, kalkmeidend; nur alte An-
gaben bei DALLA TORRE l.c.: Innerg-
schlöß, Prägraten, Matrei, Defereggen bei
1.260 m. Den Zierlichen Wimperfarn
(W. pulchella, glabella) meldet DALLA
TORRE 1906 vom Fischleintal und
Kreuzberg bei Sexten (Südtirol).
Gewöhnlicher Frauenfarn (Athyriu-
um filix-femina)
– Feuchte Wälder,
Hochstaudenfluren, Waldsäume; häufig
bis über 2.200 m.
Gebirgs-Frauenfarn (Athyrium di-
stenti folium)
– Hochstaudenfluren,
Berg-Mischwälder; verbreitet, etwa
1.000 bis fast 3.000 m.
Zerbrechlicher Blasenfarn (Cystopte-
ris fragilis)
– Feuchte, schattige Kalkfel-
sen, Mauern; häufigste Art der Gattung.
Berg-Blasenfarn (Cystopteris monta-
na)
– Schattige Kalkfelsen, Schutt, Alpen;
mehrfach im Süden, vereinzelt zentralal-
pin.
Alpen-Blasenfarn (Cystopteris regia,
= C. crispa)
– Kalkfelsen, Geröll, alpin;
sehr vereinzelt in den Karnischen Alpen
und Lienzer Dolomiten, auch in der Berger
Alm bei Prägraten; seltene Art.
Eichenfarn (Gymnocarpium dryopte-
ris)
– Hangwälder, kalkmeidend; nicht sel-
ten in allen Tälern.
Ruprechtsfarn
(Gymnocarpium
robertianum)
– Schattige Schuttfluren,
Mauern, Felsen; seltener als vorige Art,
verbreitet.
Lanzen-Schildfarn (Polystichum lon-
chitis)
– Schuttfluren, Blockhalden, Fels-
spalten, kalkhold; überall gestreut bekannt.
Weicher, Braun‘scher Schildfarn
(Polystichum braunii)
– Hang- und
Schluchtwälder, Alpen; bei Dalla Torre
1906 aus der Gegend von Nikolsdorf
mehrfach; dort auch beim Gomig in Bach-
schlucht 1988, 1. Stock.
Dorniger Schildfarn (Polystichum
aculeatum)
– Schlucht und Hochwälder;
nicht häufig, Streufunde, fehlt zentralalpin.
Adlerfarn (Pteridium aquilinum)
Trockene Waldsäume, Waldschläge, bo-
den vag; nicht selten, verstreut, montan.
Krauser Rollfarn (Cryptogramma
crispa, = Allosurus cr.)
– Holarktische
Gebirge, montan-subalpine Waldblößen;
für Osttirol auch bei DALLA TORRE
nicht angegeben; in meiner Sammlung ein
alter Herbarbeleg (Scheitz-Herbar): „In der
Hofalpe“ (Debanttal), mehrfache Nach-
suche blieb erfolglos, die Art ist in Osttirol
sicher vorhanden und auch nicht un-
scheinbar, sie wird bei HAUSMANN
1852:1052 „allda ober Wienebach“ ge-
meldet, doch handelt es sich dabei dem
Zusammenhang nach nicht umWinnebach
bei Innichen, sondern um eine gleich-
namige Einschicht bei Gries, Gem. Län-
genfeld im Ötztal.
Gewöhnlicher Tüpfelfarn, Engelsüß
(Polypodium vulgare)
– Wälder, Weg-
mauern, schattige Stellen; häufig und all-
O s t t i r o l e r H e i ma t b l ä t t e r
Nummer 9/10 — 62. Jahrgang
Oben links: A. trichomanes; oben rechts: